"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kompensation" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 14.8.2001

Graz (OTS) - Mit der Niederlassungsverordnung 2000 hat Österreich vollzogen, was in anderen EU-Ländern entweder diskutiert wird oder schon Praxis ist.

Niemand redet mehr von "Festung Europa" oder gar von Rassismus, wenn selbst rot-grüne Regierungen wie diejenige in Deutschland nur jenen die Zuwanderung gewähren, an denen sie ein wirtschaftliches Interesse haben.

Die Forderung der Grünen, den Familiennachzug aus der Quote zu nehmen, kann nur den Hintergedanken haben, ein Loch der Zuwanderung zu öffnen. Dem in Österreich lebenden Ausländer, der seine Frau oder seine Kinder nachholen möchte, kann es herzlich egal sein, ob sie auf einer Quote stehen oder nicht, solange sie eben kommen dürfen.

Da wir in Österreich sind, ist die Senkung der Quote so
streng übrigens nicht zu nehmen: Was bei der Quote minimal gekürzt wird, wird durch die regionalen Sonderlösungen mehr als kompensiert.

Ein Aspekt der Niederlassungsbeschränkung wird wenig bedacht: Sie ist auch die Voraussetzung dafür, dass auf Dauer die Bereitschaft zur Asylgewährung für politisch Verfolgte erhalten bleibt, die zum humanen Selbstverständnis europäischer Gesellschaften gehört. ****

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