Familienzusammenführung: Für Caritas kein Grund zum Feiern

Wien (13.8.01 OTS) Dass die Quote für die Familienzusammenführung nun nicht gesenkt wird, ist für die Caritas kein Grund zum Feiern. "Wir haben derzeit eine integrationspolitische Situation, dass wir uns schon freuen sollen, wenn es nicht noch schlimmer wird", meint Präsident Küberl, "de facto warten aber Tausende Menschen darauf, als Familie zusammenleben zu können. Und es ist eine Illusion zu glauben, dass die Zahl der wartenden Menschen kleiner wird. Im Gegenteil: mit der derzeitigen Regelung kommen neue 'Rucksäcke' dazu." Zwar müssen AusländerInnen seit 1998 angeben, wie viele Familienmitglieder sie mitbringen möchten und bekommen danach Quotenplätze zugeteilt. "Wir wissen aber aus der Praxis, dass sich die Familiensituation vieler Menschen einfach ändert. Das kann man nicht vorher planen." Das zeigt sich schon allein daran, dass trotz der Ankündigung, der Rucksack werde im Laufe des heurigen Jahres noch abgebaut, wie im Vorjahr über 11.500 Menschen auf einen Quotenplatz warten. Die Familienzusammenführung sollte daher aus der Zuwanderungsquote herausgenommen werden, fordert die Caritas.

"Bei der Diskussion um Zahlen und Quoten dürfen wir nicht vergessen, was Integration eigentlich meint: Brücken bauen zu den Menschen, die mit uns leben", erinnert Franz Küberl. Denn Integration funktioniert nur dann, wenn es Rahmenbedingungen gibt, unter denen sich Menschen zu Hause fühlen können und nicht auf bloße Arbeitskräfte reduziert werden. "Integration umfasst viel mehr als Deutsch zu lernen. Es heißt, gleichberechtigter Partner zu sein. Ich hoffe, dass die Anstrengungen der Regierung und der Sozialpartner künftig in diese Richtung gehen werden", so Küberl. Der so bezeichnete "Integrationsvertrag" scheint diese Intention allerdings nicht zu verfolgen. "Gerade für einen Vertrag braucht es zwei gleichberechtigte Partner und beiderseitige Rechte und Pflichten. Das geplante Modell ist ein 'Integrationsvertrag' ohne Vertrag und ohne Integration." Der derzeitige Vorschlag der Regierung wird einem "Integrationsvertrag", der diesen Namen verdient, nicht gerecht. "Eine Integrationsvereinbarung wäre zu begrüßen, nur müsste sie ein ausgewogenes Verhältnis der beidseitigen Rechte und Pflichten beinhalten und dürfte unseren ausländischen Mitbürgern nicht einseitig Assimilierungsleistungen abverlangen", kommentiert Küberl.

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