ERNTE-Verband erwartet Umstellungsboom in Ackerbaugebieten

Schätzungen zufolge stellen 300 Betriebe um - Zuwachs der Ökofläche um 10.000 ha

Wien, 13. August 2001 (AIZ). - Der ERNTE-Verband rechnet mit einer Vervierfachung der Biofläche für das nächste Jahr. Mit dem Herbstanbau würden etwa 10.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt, sagte Pressesprecher Franz Purkahrthofer gegenüber dem AIZ. Laut ERNTE-Verband seien die größten Zuwächse in den Ackerbaugebieten Niederösterreichs (Wein-und Waldviertel) und des Burgenlandes (Nord- und Mittelburgenland) zu verzeichnen. Geringere Flächenausdehnungen gebe es in der Steiermark, Kärnten und Oberösterreich. In Summe erwartet der ERNTE-Verband 300 Umstellungsbetriebe, darunter 50 Großbetriebe mit mehr als 100 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche und Gutsbetriebe mit einigen 100 ha Nutzfläche, so Purkharthofer. Insgesamt werden in Österreich bereits 272.000 ha oder 9 % der gesamten Agrarfläche biologisch bewirtschaftet. ****

"Sind es im Ackerbau vorwiegend viehlose oder viehschwache Betriebe, so sind es in Grünlandgebieten hauptsächlich Mutterkuhbetriebe, die den Schritt zu Bio wagen", teilte der ERNTE-Verband mit. Herbert Allerstorfer, Marketingchef des ERNTE-Verbandes, sieht die Ursachen für diesen Umstellungsboom in der <Perspektivenlosigkeit in der konventionellen Landwirtschaftk mit niedrigen Preisen. Die Markt-und Preissituation im Bio-Bereich bei Getreide und anderen Ackerbauprodukten sei für den Landwirt besser. Für ein Kilogramm Bio-Speiseweizen erhält der Bauer netto ATS 4,50, für Roggen ATS 4,10 und für Dinkel ATS 10,50. Für konventionellen Qualitätsweizen wurde beispielsweise im Vorjahr ATS 1,79 pro Kilogramm bezahlt, für Mahlroggen ATS 1,57.

Bio-Schweinefleisch und Bio-Gemüse sind Zukunftsmärkte

Im Schweinebereich werde trotz der starken Nachfrage noch zaghaft umgestellt, da es in diesem Bereich "gute konventionelle Preise" gäbe, so Allerstorfer. Als weiteren guten Grund für die Umstellung auf Bio nannte der Marketing-Chef die Zukunftsperspektiven. "Viele Bauern sehen in Bio eine Möglichkeit, den Hof weiterhin im Vollerwerb zu bewirtschaften". Außerdem würden Bio-Schweinefleisch, Gemüse, Getreide und Obst die großen Zukunftsmärkte bilden.

Rund 20 % der heimischen Bio-Produkte gehen in den Export

Die Vermarktung der Bio-Produkte erfolgt größtenteils über die Erzeugergemeinschaft Ökoland - eine bundesweit agierende ERNTE-Tochter. Der Großteil der heimischen Bioprodukte (80 %) werden im Inland über Handelsketten vermarktet, wovon etwa 75 % auf die Marke "Ja! Natürlich" entfallen und 15 % auf "Natur pur". Etwa 15 % der Bioprodukte werden direkt vermarktet und 10 % über regionale Vermarktungsschienen (Naturkost, Gewerbebetriebe und Gastronomie) vertrieben. Insgesamt werden etwa 20 % der österreichischen Ökoerzeugnisse ins Ausland exportiert. Der ERNTE-Verband rechnet damit, dass der Auslandsanteil bis 2005 auf 35 % anwächst.

Lieferengpässe bei Jungrindern, Schweinefleisch und Geflügel

Derzeit werden über den Handel 160 Mio. l Biomilch, 24 Mio. Stück Eier, 15.000 t Erdäpfel, 15.200 Rinder, 16.500 Schweine und 220.000 Stück Geflügel abgesetzt. Seit 1996 hat sich der Absatz an Bio-Getreide verdreifacht: 53.000 t Bio-Getreide werden inzwischen über den Großhandel vertrieben. Auch habe der Absatz von Bio-Fleisch zwischen Oktober 2000 und Mai 2001 in allen Vertriebsschienen (von Direktvermarktung bis Export) stark zugenommen: Bei Mastrindern beispielsweise um 120 %. Bei Jungrindern, Schweinefleisch und Geflügel gebe es sogar Lieferengpässe, teilte der ERNTE-Verband mit.

Kompetente Umstellungsberatung

Um die Nachfrage nach Bioprodukten vor allem im Fleisch- und Pflanzenbausektor zu befriedigen, sucht der ERNTE-Verband dringend Bauern für Bio-Schweinehaltung, Bio-Hühnerhaltung (Mast und Eier), Bio-Gemüse (vor allem Feld- und geschützte Kulturen, Kohlgewächse, Salat, Paprika, Gurken, Radieschen), Bio-Obst und Bio-Getreideanbau. Unter der Telefonnummer 0732/6548 erteilt der ERNTE-Verband erste Auskünfte. Der ERNTE-Verband bietet jedem Betrieb eine professionelle Umstellungsberatung mit der Erarbeitung eines Betriebskonzepts an, versicherte Allerstorfer.
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