Grünewald: Uni-Ausgliederung bedeutet Rückschritt in Sachen Demokratie

Punktuation Gehrers erklärungsbedürftig und nicht

OTS (Wien) - nachvollziehbar

Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald,
kritisiert die heute von BM Gehrer präsentierte Punktuation zur Entlassung der Universitäten in die Vollrechtsfähigkeit: "Der Rückschritt in Sachen Demokratie und Mitbestimmung an den Unis bedeutet ein Zurück zu längst überwunden geglaubten Abhängigkeiten von alten Hierarchien", so Grünewald, und weiter: "Ausserdem verrät Gehrer ihre oberflächlich mechanistische Vorstellung vom Nutzen von Bildung und Forschung, die in einer Überbewertung der Auftragsforschung gegenüber der Grundlagenforschung resultiert."

Für die Grünen stellt sich die Frage, was unter Synergien und dem Abbau von Doppelgleisigkeiten gemeint ist. "Sollen im Bereich der Gesellschaftswissenschaften, der Geistes- und Kulturwissenschaften nur mehr monocolore Meinungen vertreten werden und wie verhält sich dies zu Wettbewerb und Lehr- und Lernfreiheit", so Grünewald. Behutsame und tiefgehende Diskussionen, wie sie die Rektorenkonferenz wünscht, sind für den Grünen Wissenschaftssprecher dringend notwendig und den Bedenken des ÖVP-Mitglieds und der Vorsitzenden der HochschullehrerInnen-Gewerkschaft, Dr. Andrea Kdolsky, ist einiges abzugewinnen.

Grünwald erneuert seine Kritik, dass die Frage der Zweckmässigkeit der Ausgliederung der Universitäten nach wie vor nicht ausreichend beantwortet wurde, da alle Aufgaben auch im Rahmen der existierenden Teilrechtsfähigkeit bestens bewältigt werden können. Dies bezieht selbstverständlich dringend notwendige Strukturreformen im Verwaltungsbereich mit ein. " Warum werden bis dato die Mehrkosten der Ausgliederung so hartnäckig negiert? Denn eines ist sicher - es wird teurer", so Grünewald.

Umfragen unter UniversitätslehrerInnen und Bediensteten mehrerer Universitäten zeigen, dass die Pläne zur Ausgliederung von der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen vehement abgelehnt werden. "Und das liegt nicht daran, dass sich die Unis prinzipiell gegen Reformen sträuben. Aber plausibel und nachvollziehbar müssen sie sein", ergänzt Grünewald. "Mehrjährige Globalbudgets, faire Leistungsverträge und ausgewogene Schwerpunktsetzungen könnten allerdings sinnvolle Ziele sein, wenn sie klüger als bisher formuliert werden", schliesst Grünewald.

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