ÖH entsetzt über Gehrers' Unipläne

Weinberger: "Das ist die Abschaffung der Mitbestimmung"

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) lehnt das von Ministerin Gehrer heute im Ministerrat als Stückwerk präsentierte Konzept zur Autonomie der Universitäten ab. Obwohl das gesamte Ausmaß der Zerstörung der demokratischen Strukturen an den Universitäten aufgrund der unzureichenden Präsentation noch nicht erkennbar ist, geht aus der heute vorgestelltem Konzept deutlich hervor, dass von Seiten des Ministeriums die studentische Mitbestimmung abgeschafft werden soll. Durch die sogenannte Universitätsreform - bestehende aus Studiengebühren, Dienstrecht, Abschaffung der studentischen Mitbestimmung und der Vollrechtsfähigkeit - wird das österreichische Universitätswesen um fünfzig Jahre, ins Zeitalter der Ordinarien-Universität für Reiche, zurück geworfen.

"Von Einschränkung der studentischen Mitbestimmung kann hier nicht mehr gesprochen werden - dieses Konzept bedeutet deren Abschaffung", ist ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger empört. "Im neuen Universitätssenat, wo Studierende gerade einmal mit sechs von 24 Stimmen und AssistenInnen praktisch gar nicht mehr vertreten sein werden, können die 12 dorthin entsannte ProfessorInnen jeden studentischen Vorschlag niederstimmen. Abgesehen davon, dass dieses Gremium für die Erstellung von umfangreichen und detailierten Studienplänen sämtlicher Studienrichtungen komplett ungeignet ist, werden Studierende dort bestenfalls die Funktion eines Feigenblattes haben, das die Illusion der Mitbestimmung aufrecht erhalten soll. Was das für die Pluralität der Universitäten bedeutet, kann man sich vorstellen."

Die sogenannte Universitätsreform stellt für die ÖH somit einen enormen bildungs- und gesellschaftspolitischen Rückschritt dar. Ausschluss sozial Schwacher von universitärer Bildung, Auftragsforschung, wirtschaftliche Abhängigkeit, Abschaffung von nicht wirtschaftlicher orientierten Studienfächern, das Sinken der Frauenquote an den Universitäten und autokratische Strukturen werden Folgen von Studiengebühren, Dienstrecht und Autonomie sein.

Vor der Gesamtpräsentation des Autonomie-Konzeptes Ende August wird die ÖH, im Sinne der von Ministerin Gehrer gewünschten Diskussion, ein eigenes Papier mit Vorstellungen und Forderungen zur Univeritätsstruktur und studentischer Mitbestimmung vorstellen. Andrea Mautz, die zweite Frau im ÖH-Vorsitzteam, präzensiert: "Wir hoffen, dass Ministerin Gehrer über die Vorschläge von Seiten der Studierenden, die ja eine nicht unrelevante Gruppe an den Universitäten sind, tatsächlich diskussionsbereit sein wird. Es ist unsere Aufgabe, die Universitäten nicht zu einer Ausbildungsstätte für die Wirtschaft ohne jegliche Mitbestimmungsmöglichkeiten und mit hohen Einstiegshürden verkommen zu lassen. Diese in ministeriellen Hinterzimmern erarbeitete Unireform ohne die Einbindung der letztlich davon Betroffenen ist jedenfalls inakzeptabel."

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