AK Tumpel verlangt Bildungs-Offensive statt Uni-Ausgliederung

"Wir brauchen einen Gesamtplan für die Unis - nicht Studier- und Forschungskonzerne, die mit Wissen Handel treiben"

Wien (AK) - "Die Studierenden brauchen Unis, an denen sie ohne Hürden lernen können", sagt heute, Montag, AK Präsident Herbert Tumpel. Er kritisiert, dass sich die Bildungsministerin unter dem Titel "Uni-Autonomie" heute im Ministerrat die Ausgliederung der Unis und ihre Umwandlung "in Studier- und Forschungskonzerne absegnen lassen will, die aus Budgetnot Wissen nur an den meist Bietenden verkaufen, mit weit höheren Studiengebühren als derzeit. Das bedeutet schlechtere Chancen für Kinder von Klein- und Mittelverdienern und für Studierende, die über den zweiten Bildungsweg auf die Uni kommen. Außerdem schadet die laufende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die 15.000 Uni-Beschäftigten dem Lehr- und Forschungsbetrieb." Die Ministerin soll ihre kolportierten Pläne zurückziehen, und die wirklichen Uni-Pläne lösen verlangt Tumpel: "Da sind die Studiengebühren, die wieder abgeschafft werden müssen. Und statt ständiger unausgegorener Änderungen der Uni-Organisation und Abbau der Mitbestimmung brauchen wir einen Gesamtplan der Regierung für eine zukunftsweisende Hochschuloffensive, damit alle ohne Verzögerungen studieren können." ****

"Wissen ist keine Ware", erinnert Tumpel die Bildungsministerin an ihre eigentliche Aufgabe: "Die Regierung muss dafür sorgen, dass alle Interessierten die gleiche Chance auf ein zügiges, finanziell abgesichertes Studium haben - und dass die Wirtschaft rasch die Fachkräfte bekommt, mit denen sie hochwertige Produkte und Dienstleistungen entwickeln und Arbeitsplätze sichern kann." Deshalb sei nichts unnötiger als die Ausgliederung der Unis. Dadurch entzieht sich der Bund nach und nach seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung für die Unis; dadurch sollen die Unis in Studier- und Forschungskonzerne umgewandelt werden, die Wissen an den meist Bietenden verkaufen müssen, weil die Regierung das Hochschulbudget eingefroren hat.

Stattdessen verlangt Tumpel: keine Studiengebühren; ausreichend Geld für die Unis und Fachhochschulen zur Herstellung guter Studienbedingungen; Förderung der Kinder von Klein- und Mittelverdienern; und Unterstützung von Studierenden, die über den zweiten Bildungsweg studieren.

Die Bildungsministerin konfrontiert die Öffentlichkeit bereits zum zweiten Mal mit bruchstückhaften Vorschlägen, die völlig ungeeignet sind, die zahlreiche Probleme im Hochschulbereich zu lösen, kritisiert Tumpel. Er fordert für eine zukunftsweisende Hochschuloffensive einen Gesamtplan für die Entwicklung von Unis und Fachhochschulen statt unausgereifter "Punktationen". Unmittelbar nötig seien bessere Studienbedingungen: "Die Unis und Fachhochschulen brauchen ausreichend Budget für Räume und Personal, damit sie Lehrveranstaltungen für alle Interessierten anbieten können - und damit es endlich ausreichend Angebote für Berufstätige gibt, die neben dem Beruf studieren."

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AK Wien Presse Peter Mitterhuber

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