KfV: 24 Tote vergangene Woche auf Österreichs Straßen!

Serie der Tunnel- und Busunfälle reißt nicht ab - nicht nur technische Verbesserungen sind nötig, sondern vor allem auch ein Umdenken der Autofahrer

Wien (KfV-Presse) Die Tunnelunfälle der vergangenen Woche haben eine heftige Diskussion um Verbesserungen der Tunnelsicherheit ausgelöst. "Natürlich kann man durch straßenbauliche und wahrnehmungspsychologische Veränderungen bessere Rahmenbedingungen für die Autofahrer schaffen", meint dazu Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). "Doch nicht nur der Zustand der Straße bzw. des Tunnels ist schuld, wenn Unfälle passieren: In den meisten Fällen ist menschliches Versagen Unfallursache." Neben überhöhter Geschwindigkeit sind Risikofaktoren wie gefährliches Überholen, Ablenkung - dies war zum Beispiel bei der Tragödie im Gleinalmtunnel der Fall - oder zu geringer Sicherheitsabstand Ursachen für den Großteil der Verkehrsunfälle.

Technik kann menschliches Versagen nicht vollständig verhindern Auch wenn alle Tunnels und Straßen nach dem neuesten Stand der Technik gesichert und ausgebaut werden - solange auch nur ein Bruchteil der Autofahrer zu schnell, unaufmerksam, rücksichtslos und beeinträchtigt unterwegs ist, werden Unfälle passieren. "An die Vernunft der Autofahrer können wir nur appellieren und bewußtseinsbildend wirken, an der Umsetzung adäquater technischer und rechtlicher Rahmenbedingungen arbeiten wir kontinuierlich", so Dr. Thann.

Die wichtigsten Forderungen und Maßnahmen des KfV auf einen Blick:
- Höhere Mindeststrafen für besonders gefährliches Verhalten wie unangepaßte Geschwindigkeit, Alkohol bzw. Drogen am Steuer, gefährliches Überholen etc.

  • Verstärkte Entschärfung der Unfallhäufungsstellen
  • Straßenbauliche Verbesserungen ( z.B. verstärkte Betonung der Mittellinie durch Strukturmarkierungen, Untersuchung des Seitenabstandverhaltens der Autofahrer in Tunnels im Hinblick auf Verbesserungen der Bodenmarkierungen)

- Verstärkte Berücksichtigung wahrnehmungspsychologischer Erkenntnisse beim Tunnelbau

"Eine Kooperation des KfV mit der Österreichischen Schnellstraßen AG (ÖSAG) bei der Errichtung des Semmering-Straßentunnels ist bereits im Gange", informiert Dr. Thann.
Verbessert und fahrergerecht gestaltet werden sollen vor allem die Beleuchtung, die Gestaltung der Tunneleinfahrten und Tunnelwände sowie Beschilderung und Bodenmarkierungen.

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 24 Tote im Straßenverkehr, davon 6 zum Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 15 PKW-Insassen (davon 9 Lenker), 2 LKW-Insassen (davon 1 Lenker), 2 Bus-Insassen (davon 1 Lenker), 1 Motorrad-Lenker und 4 Fußgänger ihr Leben.
Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nichtangepaßte Geschwindigkeit (5), Unachtsamkeit (3), Übermüdung (3), Überholen (1) und Fehlverhalten Fußgänger (1) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Alkoholisierung war bei 2 Unfällen Mitursache. 3 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 3 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 9 der 15 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle.
Vom 1. Jänner bis zum 12. August dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 545 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Juni), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 582 Menschen tödlich (Schluß).

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