- 13.08.2001, 10:43:48
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KfV: 24 Tote vergangene Woche auf Österreichs Straßen!
Serie der Tunnel- und Busunfälle reißt nicht ab - nicht nur technische Verbesserungen sind nötig, sondern vor allem auch ein Umdenken der Autofahrer
Wien (KfV-Presse) Die Tunnelunfälle der vergangenen Woche haben
eine heftige Diskussion um Verbesserungen der Tunnelsicherheit
ausgelöst. "Natürlich kann man durch straßenbauliche und
wahrnehmungspsychologische Veränderungen bessere Rahmenbedingungen
für die Autofahrer schaffen", meint dazu Dr. Othmar Thann, Direktor
des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). "Doch nicht nur der
Zustand der Straße bzw. des Tunnels ist schuld, wenn Unfälle
passieren: In den meisten Fällen ist menschliches Versagen
Unfallursache." Neben überhöhter Geschwindigkeit sind Risikofaktoren
wie gefährliches Überholen, Ablenkung - dies war zum Beispiel bei der
Tragödie im Gleinalmtunnel der Fall - oder zu geringer
Sicherheitsabstand Ursachen für den Großteil der Verkehrsunfälle.
Technik kann menschliches Versagen nicht vollständig verhindern
Auch wenn alle Tunnels und Straßen nach dem neuesten Stand der
Technik gesichert und ausgebaut werden - solange auch nur ein
Bruchteil der Autofahrer zu schnell, unaufmerksam, rücksichtslos und
beeinträchtigt unterwegs ist, werden Unfälle passieren. "An die
Vernunft der Autofahrer können wir nur appellieren und
bewußtseinsbildend wirken, an der Umsetzung adäquater technischer und
rechtlicher Rahmenbedingungen arbeiten wir kontinuierlich", so Dr.
Thann.
Die wichtigsten Forderungen und Maßnahmen des KfV auf einen Blick:
- Höhere Mindeststrafen für besonders gefährliches Verhalten wie
unangepaßte Geschwindigkeit, Alkohol bzw. Drogen am Steuer,
gefährliches Überholen etc.
- Verstärkte Entschärfung der Unfallhäufungsstellen
- Straßenbauliche Verbesserungen ( z.B. verstärkte Betonung der
Mittellinie durch Strukturmarkierungen, Untersuchung des
Seitenabstandverhaltens der Autofahrer in Tunnels im Hinblick auf
Verbesserungen der Bodenmarkierungen)
- Verstärkte Berücksichtigung wahrnehmungspsychologischer
Erkenntnisse beim Tunnelbau
"Eine Kooperation des KfV mit der Österreichischen Schnellstraßen
AG (ÖSAG) bei der Errichtung des Semmering-Straßentunnels ist bereits
im Gange", informiert Dr. Thann.
Verbessert und fahrergerecht gestaltet werden sollen vor allem die
Beleuchtung, die Gestaltung der Tunneleinfahrten und Tunnelwände
sowie Beschilderung und Bodenmarkierungen.
Die Unfallbilanz der Vorwoche: 24 Tote im Straßenverkehr, davon 6
zum Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren
15 PKW-Insassen (davon 9 Lenker), 2 LKW-Insassen (davon 1 Lenker), 2
Bus-Insassen (davon 1 Lenker), 1 Motorrad-Lenker und 4 Fußgänger ihr
Leben.
Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle
mußten nichtangepaßte Geschwindigkeit (5), Unachtsamkeit (3),
Übermüdung (3), Überholen (1) und Fehlverhalten Fußgänger (1)
festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache
bisher nicht ermittelt werden. Alkoholisierung war bei 2 Unfällen
Mitursache. 3 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 3
tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 9 der 15
Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle.
Vom 1. Jänner bis zum 12. August dieses Jahres gab es damit auf dem
österreichischen Straßennetz vorläufig 545 Verkehrstote
(30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Juni), im
Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen
Zahlen 582 Menschen tödlich (Schluß).
Rückfragehinweis: Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Susanne Steinböck
Pressestelle
Tel.: (01) 71 770/225
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