"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Kopfgeld und Handymast

Ausgabe vom 12.08.2001

Aus der Meldungsflut der letzten Tage ragen zwei Themen. Zum einen geht es um die Initiative des Spittaler Bürgermeisters Gerhard Köfer im Zusammenhang mit dem Drogenproblem ("Kopfgeld auf Dealer"), zum anderen sorgt die Absicht eines Kommunikationsgiganten, in Großbuch einen 60 Meter (!) hohen Handymast aufzustellen.

Köfers Vorgehen löste unterschiedliche Reaktionen aus. Der Großteil der Bevölkerung geht allerdings mit den Ansichten des Kommunalpolitikers konform, wonach Verbrechen an der Jugend mit sämtlichen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen seien. Darüber hinaus hat die Aktion des resoluten, hart am Populismus vorbeischrammenden Stadtchefs nun aktuell-schaurige "Schützenhilfe" erhalten: In Oberösterreich kamen zwei Jugendliche qualvollst zu Tode - nämlich durch (Strychnin) Rattengift, das ihnen von Dealern als Ecstasy verkauft worden war. Und in Kärnten ist ein Dealer dafür verantwortlich, dass ein 19-Jähriger exzessive Drogenkonsumation nicht überlebt hat (siehe Seite 7). Man kann zu Köfers Ideen stehen wie man will (und es gibt gewiss Aspekte, die gegen jegliche "Kopfgeldjägerei" sprechen), doch ebenso klar ist: Mit Verdrängen, Schönreden und Weichschieberei allein ist dem Drogenprobelm nicht beizukommen.

Erfreulicher das - von der KTZ exklusiv aufgegriffene -Handymast-Thema: Bürger haben einmal mehr bewiesen, dass couragiertes, intelligentes Auftreten selbst Mächtige in die Knie zwingt. Nein, man muss nicht alles gefallen lassen - selbst in Zeiten nicht, da das Handy die Gesellschaft zu regieren scheint.

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