"Kleine Zeitung" Kommentar: "Wortspenden" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 08.08.2001

Graz (OTS) - Nach dem schrecklichen Unglück im Gleinalmtunnel ist wieder einmal die Diskussion über die Gefährlichkeit der schmalen Nadelöhre auf unseren Autobahnen entbrannt.

Dass Tunnel mit Gegenverkehr unsicher und gefährlich sind, wusste man von Anfang an. Trotzdem wurde sehr oft nur eine Röhre durch den Berg getrieben, weil der Staat Kosten sparen und das Tempo beim Autobahnbau beschleunigen wollte. Auch heute noch werden im oberösterreichischen Teil der Pyhrnautobahn einröhrige Tunnel errichtet. Sie sind zwar kürzer als der Gleinalmtunnel, doch ist der Verkehr inzwischen enorm angewachsen.

Dass nach dem Frontalzusammenstoß im Gleinalmtunnel der Ruf erschallt, alle Straßentunnel zweiröhrig auszubauen, ist selbstverständlich, aber wirklichkeitsfremd. Auch das Angebot der steirischen Landeshauptfrau, für die Beschleunigung des Ausbaus eine Vorfinanzierung durch das Land "anzudenken", macht aus der Wortspende noch keinen Geldsegen. Zuerst müssen die begonnenen Erweiterungen abgeschlossen werden.

Und das dauert noch sehr lange. Wer den Vollausbau aller Tunnel fordert, sollte deshalb hinzufügen, dass dies ein Programm für mindestens ein Jahrzehnt bedeutet. ****

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