Landeshauptmann-Stv. Grete Laska ehrt Prof. Karl Stojka

Wien(OTS) Landeshauptmann-Stellvertreterin Grete Laska überreichte Dienstag das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien an Professor Karl Stojka. Prof. Stojka (71), ist einer der wichtigsten Maler der Gegenwart. Der autodidakte Künstlers beschäftigt sich hauptsächlich mit den tragischen Erinnerungen seiner Kindheit in den Konzentrationslagern von Auschwitz-Birkenau, Buchenwald, und Flossenbürg in den Jahren zwischen 1943 und 1945. Seine Bilder berichten auch, gleichsam als lebendige Augenzeugen, von der qualvollen Odyssee seiner Familie durch andere Konzentrationslager der Nazis. Laska betonte in ihrer Festrede die Bedeutung seiner Arbeit "Die Bilder sind auch für andere beispielgebend, dass man so ein Schicksal meistern kann". "Bitte hören Sie nicht auf, die Menschen mit ihren Arbeiten an das große Unrecht der damaligen Zeit zu erinnern", appellierte die Vizebürgermeistein an Stojka weiter.****

Im Wohnwagen geboren

Geboren in Wampersdorf (Bgld.), als viertes von sechs Kinder einer Roma Familie, die als fahrende Pferdehändler ihren Lebensunterhalt verdienten. Die erste drastische Änderung erlebte Karl Stojka im März 1938. Die Bewilligung seines Vaters für den fahrenden Handel wurde von dem nationalsozialistischen Regime eingezogen, und die Freiheit mit dem Wohnwagen umherzuziehen stark eingeschränkt. So mussten Roma und Sinti als "reinrassige Zigeuner und Zigeunermischlinge", einen fixen Wohnsitz vorweisen und wurden registriert. Im März 1943 wurde Karl mit seiner Mutter und seinen fünf Geschwistern ins KZ Birkenau deportiert, der Vater wurde schon Anfang 1942 in Mauthausen getötet.

Z: 57 42

Gleich nach der Ankunft in Birkenau wurde Karl Stojka die Nummer Z: 5742 eintätowiert. "An diesem Tag verlor ich meinen Namen, ich war nur mehr eine Nummer" beschreibt der Künstler in seinem gleichnamigen Buch, die furchtbaren Erlebnisse im KZ. Er musste mit anderen Roma Kindern schwerste körperliche Arbeiten verrichten. Immer mit der Angst, entweder Selbst oder Mitglieder seiner Familie, Opfer der SS Willkür zu werden. Von den ursprünglich deportierten 23.000 Roma und Sinti sind bis August 1944 über 18.000 umgekommen. Unter ihnen auch Ossi, der jüngste Bruder Stojkas’s.

Farben der Erinnerung

Nach der Befreiung, im April 1945 durch die US. Armee, kehrten die Stojkas nach Wien zurück. Karl ergriff das Teppichhändlergewerbe und spezialisierte sich auf den Verkauf und die Reparatur von Orientteppichen. Seine Arbeit inspirierte ihn dazu, mit der Malerei zu beginnen. Er meint dazu: " Seit 1948 arbeite ich schon mit Teppichen und ihre schönen Farben faszinieren mich noch immer.....Ich bin der Künstler, der aus diesen Farben kommt". Die Bilder Karl Stojkas wurden unter anderem im Holocaust Memorial Council in Washington, Tokio, Osaka oder Wien in mehreren Ausstellungen mit großem Erfolg gezeigt.(Schluss) mw

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