ARBÖ-Umfrage: Bei Tunnelfahrt fährt bei 77 Prozent die Angst mit - für überwiegende Mehrheit sind Straßentunnel mit zwei Röhren sicherer

Wien (ARBÖ) - Die Fahrt durch einen Straßentunnel hinterlässt nach wie vor bei vielen Autofahrern ein Unbehagen und Ängste. Die meisten wollen schnell wieder raus aus dem Tunnel. Der ARBÖ hat dies in den letzten Tagen zum Anlass genommen, 160 Autofahrer zum Thema "Tunnel -die Angst fährt mit?" telefonisch zu befragen.

77 Prozent der Befragten gaben an, dass bei der Fahrt durch einen Straßentunnel ein mulmiges Gefühl mitfährt, dass sie unsicher, nervös und ängstlich werden. Für 23 Prozent der Befragten scheint die Tunnelfahrt keine Probleme zu bereiten, sie fühlen sich sicher. Weiters glauben 62 Prozent der Befragten, dass die Tunnels in Österreich sicher sind, hingegen sind 38 Prozent der Meinung, dass Verbesserungen unbedingt notwendig sind.

Mehrheit haltet sich an Tempolimits

Puncto Fahrverhalten gaben drei Viertel der Befragten an, die Geschwindigkeitsbeschränkung und den Sicherheitsabstand einzuhalten sowie nicht zu überholen. 10 Prozent fahren auch schneller im Tunnel, wenn es möglich ist. Begründet wurde dies damit, dass man schnell wieder aus dem Tunnel kommen möchte. Erschreckend die Aussage von einigen wenigen Befragten, dass sie sogar im Tunnel überholen. Diese Unbelehrbaren müssten nach Meinung des ARBÖ im Interesse der Verkehrssicherheit von der Exekutive unbedingt geahndet werden.

Verbesserungen gibt es viele

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es aber viele: Problematisch erscheint für viele Autofahrer der Wechsel vom Tages- zum Tunnellicht. Die Mehrheit der Befragten gaben als Verbesserungsmöglichkeit in Österreichs Tunnelanlagen an (Mehrfachnennung war möglich): Verbesserte Tunnelbeleuchtung, bessere Markierung der Fluchtwege, bessere Entlüftung, hellere Tunnelwände und mehr Sicherheitsabstandskontrollen.

"Eine bessere Anpassung der Tunnelbeleuchtung im Ein- und Ausfahrtbereich an das Tageslicht könnte helfen die Tunnelangst zu reduzieren. Auch entsprechende Hinweise ein bis zwei Kilometer vor dem Tunnelportal auf den Tunnel, die Aufforderung das Abblendlicht einzuschalten und den Sicherheitsabstand einzuhalten, können Fahrzeuglenker auf die Tunnelfahrt vorbereiten", so Mag. Kurt Sabatnig vom ARBÖ.

In vielen Tunnels ist eine bessere Signalisierung der Fluchtwege erforderlich. Vor allem ist aber nach Meinung des ARBÖ auch eine intensivere Ausbildung und Information der Kraftfahrer über das richtige Verhalten im Tunnel und die richtige Vorgangsweise bei einer Panne oder bei einem Unfall erforderlich. Das ist nur durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit möglich.

Tunnels mit 2-Röhren sicherer

Der ARBÖ ist der Meinung, dass am zweiröhrigen Ausbau von wichtigen Straßentunnels im Interesse der Verkehrssicherheit kein Weg vorbei führt. Warum noch länger warten, wenn die Politik bereits ihr Versprechen vor Jahren - beispielsweise zweite Röhre Tauerntunnel, Katschbergtunnel - dazu abgegeben hat.

Auch 89 Prozent der Befragten sind dieser Meinung und glauben, dass Straßentunnel mit zwei Röhren sicherer sind. Sie erhoffen sich dadurch, in erster Linie dass die Einsatzkräfte im Falle eines Unglücks schneller bei der Unfallstelle sind, weniger Unfälle passieren, weniger Angst bei den Autofahrern mitfährt und es auch weniger Stau geben würde.

Mag. Sabatnig: "Die Katastrophe im Gleinalmtunnel, mit 8,3 Kilometer Länge der drittlängste einröhrige Tunnel in Österreich, hat auf tragischer Weise wieder die Forderung nach den Ausbau von zweiröhrigen Straßentunnels im hochrangigen Straßennetz deutlich gemacht. Ein Frontalzusammenstoß wäre in einem zweiröhrigen Straßentunnel nicht möglich."

Faktum ist, dass Straßentunnel im hochrangigen Straßennetz, wie beispielsweise der Katschberg- und Tauerntunnel auch im Berg als "zweispurige Autobahn pro Fahrtrichtung" geführt werden sollen. Alle Tunnels in diesem Bereich sind daher mit zwei richtungsgetrennten Tunnelröhren auszustatten. Mag. Sabatnig: "Das vermeidet kilometerlange Staus und damit Unfälle, erleichtert Reparatur- und Reinigungsarbeiten im Tunnel und ermöglicht den Einsatzkräften im Falle eines Einsatzes besser und rascher zur Unglücksstelle vorzudringen."

Mittel sind vorhanden

Sichere Straßen sind nach Meinung des ARBÖ im heutigen modernen Leben unverzichtbar. Die Mittel dazu sind vorhanden: Immerhin stammen drei Viertel der mehr als 70 Milliarden Schilling, die aus dem Kraftfahrzeugverkehr jährlich in das Bundesbudget fließen, aus dem privaten Pkw-Verkehr, nur ein Viertel aus dem Lkw-Verkehr.

Mittel, die von den Autofahrern durch Zahlungen von Abgaben geleistet werden, sollten auch für die Erhaltung und den Ausbau des Straßenverkehrsnetzes sowie im Interesse der Verkehrssicherheit Verwendung finden, und nicht zur Quersubventionierung des unternehmerischen Schwerverkehrs dienen, fordert der ARBÖ. Auch drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass die Mittel "eh vorhanden sind, man muss sie nur für die Straße verwenden".

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