KfV: Schreckgespenst Tunnelunfall

Gestern wieder Unfall im Gleinalmtunnel, diesmal mit tragischen Folgen - KfV fordert Strukturmarkierungen auf der doppelten Sperrlinie sowie Seitenabstandmessungen in Tunnels und gibt Tips für richtiges Verhalten im Tunnel

Wien (KfV-Presse) Für viele Autofahrer ist die Fahrt durch den Tunnel mit gemischten Gefühlen verbunden, hört man doch immer wieder von Tunnelunfällen mit tragischen Folgen. Richtiges Verhalten im Tunnel kann Unfälle verhindern und (über)lebenswichtig sein, sowohl bei normalen Bedingungen, im Stau oder auch nach einem Unfall. "Für alle, die im Tunnel sicher unterwegs sein wollen, gilt:
Sicherheitsabstand zum Vordermann halten und die Geschwindigkeit den geänderten Rahmenbedingungen anpassen", rät Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Die Forderungen des KfV für mehr Tunnelsicherheit:
- Alle einröhrigen Tunnel mit einer Strukturmarkierung auf der doppelten Sperrlinie ausstatten, um den Lenker im Fall des Falles auf das Überfahren der Mittellinie aufmerksam zu machen.

- Untersuchung des Seitenabstandverhaltens der Autofahrer in Tunnels im Hinblick auf Verbesserungen der Bodenmarkierungen

Österreich: Land der Tunnels
Österreich gehört mit fast 250 km Röhrenlängen zu den tunnelreichsten Ländern Europas. Trotz zahlreicher sicherheitstechnischer Vorkehrungen kommt es immer wieder zu Unfällen im Tunnel, die Brände und Staus verursachen können. Trotzdem: Tunnelfahrten sind sicherer als ihr Ruf! Die Unfallstatistik beweist: Der Anteil der Tunnelunfälle mit Personenschaden macht 0,7% (Durchschnitt 1994 -1999) des Gesamtunfallgeschehens aus. Jährlich bedeutet dies rund 280-300 Unfälle mit etwa 400-460 Verletzten und 15-30 Getöteten.

Richtiges Verhalten im Tunnel kann Leben retten:
- Schalten Sie vor der Einfahrt in den Tunnel das Abblendlicht ein (sofern Sie es nicht ohnedies bereits verwenden). Nehmen Sie eine eventuell aufgesetzte Sonnenbrille ab!

- Überschreiten Sie keinesfalls die für den jeweiligen Tunnel mittels Verkehrszeichen angegebene Geschwindigkeitsbegrenzung und überholen Sie nur, wenn dies erlaubt und sicher möglich ist!

  • KEIN ÜBERHOLEN in Tunnels mit Gegenverkehr!
  • Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kann in manchen Tunnels durch Wechselverkehrszeichen kurzfristig geändert werden (z.B. bei Staugefahr, bei einem Unfall, bei Arbeiten im Tunnel,...)!

- Halten Sie unbedingt den erforderlichen Mindestabstand zum vor Ihnen fahrenden Fahrzeug ein.

- Lenken Sie einen LKW, achten Sie vor der Einfahrt in einen Tunnel unbedingt auf die Höhe des Ladeguts.

- Schalten Sie vor der Einfahrt in den Tunnel das Autoradio ein und stellen Sie den jeweils angegebenen Sender mit Verkehrsfunk - in Österreich der Ö3-Verkehrsservice - ein (siehe Frequenzangaben vor dem Tunnel-Portal.)

- Sind Fahrstreifensignale eingerichtet, befolgen Sie unbedingt die Signalbilder. Das Nichtbefolgen ist nicht nur nach der StVO strafbar, sondern auch gefährlich. Auf einer gesperrten Fahrspur kann sich z.B. ein behinderndes Kraftfahrzeug bzw. Personal oder ein Fahrzeug des Straßendienstes befinden.

- Auf keinen Fall das Fahrzeug wenden oder zurückschieben!

Was tun, wenn’s brennt?
Sollte es zu einem Tunnelbrand kommen, kann richtiges Verhalten in Notfällen Schlimmes verhindern, deshalb hier einige Richtlinien:

- Alarmieren: Nehmen Sie (oder ein Helfer) über die Notrufeinrichtung (Notrufnischen-Abstand 212m) Kontakt mit dem Tunnelwart auf oder lösen Sie über die Brandmeldetaste den Brandalarm aus. Die Entnahme eines Feuerlöschers alarmiert automatisch die Tunnelzentrale. Der Tunnelwart leitet in der Folge weitere Hilfsmaßnahmen ein.

- Löschen: Versuchen Sie - wenn möglich - mit einem eigenen Handfeuerlöscher oder Feuerlöschern aus den Notrufnischen den Brand zu löschen. Bei erfolglosem Löschversuch ist es ratsam, sich umgehend aus dem Gefahrenbereich zu entfernen!

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Susanne Steinböck
Pressestelle
Tel.: (01) 71 770/225Kuratorium für Verkehrssicherheit

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS/KVS