Kuntzl fordert Forschungsschwerpunkt im Bereich der Palliativmedizin

Ausbau der Sterbebegleitung statt aktive Sterbehilfe

Wien (SK) Die jüngsten Vorstöße der grünen Politiker Van der Bellen und Grünewald in Richtung aktive Sterbehilfe wertet SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl "als sehr problematisch". Nur Patienten, die mit ihren Schmerzen im Stich gelassen werden, würden sich nach dem Tod sehnen. "Kein hoffnungslos kranker, sterbender Patient, der durch adäquate Schmerztherapie eine akzeptable Lebensqualität wiedergewonnen hat, will vorzeitig aus dem Leben scheiden", so Kuntzl. Daher sei eine Reduktion der Debatte auf die Frage 'Sterbehilfe ja oder nein' aus Sicht der SPÖ nicht zielführend - "die Anstrengungen der Politik müssen dem Ausbau der Sterbebegleitung und der Verbesserung der Schmerztherapie gelten". Gegenüber dem SPÖ-Pressedienst forderte Kuntzl Gesundheitsminister Haupt am Sonntag auf, gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Gehrer einen Forschungsschwerpunkt im Bereich der Palliativmedizin zu setzen. ****

Die Möglichkeiten der Schmerztherapie, eine sehr junge Medizinsparte, seien oftmals den Patienten und Angehörigen nicht ausreichend bekannt und würden demnach in vielen Fällen nicht ausreichend in Anspruch genommen. Statt einer Diskussion über aktive Sterbehilfe, sollte breite Aufklärung über die Methoden der Schmerztherapie - diese reichen von nichtinvasiven Maßnahmen wie Akupunktur bis zu invasiven Therapieformen wie implantierte Medikamentenpumpen - erfolgen. Außerdem müssten die Patienten aufgeklärt werden, dass sie ein Recht auf Schmerztherapie haben. "Denn durch die richtige und rechtzeitige Schmerztherapie wird das Leiden vieler Patienten beendet oder erträglich gemacht", so Kuntzl.

Da die Schmerztherapie bisher im Medizinstudium nicht gelehrt werde, müssten die Ärzte speziell auf diesem Gebiet geschult werden. Hier sollte ein bundeseinheitlicher Lehrplan für die zusätzliche Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals sorgen. In diesem Zusammenhang trat Kuntzl für die Ausbildung von Schmerztherapeuten ein.

Notwendig sei auch die Beschaffung stationärer Therapiemöglichkeiten für Schmerzpatienten. Kuntzl verwies abschließend auf einen Entschließungsantrag der SPÖ, in dem die Evaluierung der Hospizeinrichtungen und ein Stufenplan für die Schließung der Versorgungslücken gefordert wird. Notwendig sei eine flächendeckende Versorgung mit stationären, ambulanten oder auch mobilen Hospizeinrichtungen, sagte Kuntzl und appellierte an die Regierung, hier aktiv zu werden. Bisher hat Blau-Schwarz die Zahl der Hospizbetten gekürzt - konkret von 400 auf 275. (Schluss) se

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.atPressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK