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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Professioneller Umgang

Utl.: Ausgabe vom 5. Aug. 2001=

Also - und darüber sind wir uns wohl alle einig -
niemand zeigt seine schönen Zähne so professionell, wie unsere Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Was sie sonst noch als mögliche Nachfolgerin im Amt des Bundespräsidenten prädestiniert, darüber klaffen die Meinungen schon etwas auseinander. Auch wenn sie selbst die Frage nach ihrer Kandidatur im Jahr 2004 heute als viel zu früh gestellt erachtet, so lässt die Außenministerin doch keinen Zweifel daran, dass die Frage sehrwohl an die Richtige gestellt sei. Wer sonst käme dafür in Frage? Zum einen ist sie eine Frau und geriet trotz ihres Marathon-Lächelns noch nie in den Verdacht, ein "Gutmensch" zu sein, was in Österreich - noch - von großem Vorteil ist. Ja, und zuletzt musste sogar Bundespräsident Thomas Klestil einspringen und den in Genua inhaftierten Österreichern jene Hilfe zusagen, die zu leisten Ferrero-Waldner längst verpflichtet gewesen wäre. Aber genau damit hätte sie sich als Gutmensch-Sympathisantin ausgewiesen und wohl Präsidentschaftschancen am Boulevard eingebüßt. Und das will sich Ferrero-Waldner am allerwenigsten leisten. Ihr geht es auch um die Behebung einer schicksalshaften Lebensungerechtigkeit. Sitzt doch in ihrem Ministerium eine Untergebene, der die Ministerin nichts anzuschaffen hat: Margot Löffler-Klestil. Allein deshalb schon muss Benita Präsidentin werden. Dass ihr angesichts von Margot nicht längst das Lächeln vergangen ist, erklärte Benita gestern so: "Wir gehen sehr professionell damit um." Das heißt, mit gefletschtem Lächeln. Daher wird dieses wohl kommen.

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