Wegen Subventionskürzungen für die Salzburger Festspiele: Ruzicka skizziert Abgangsszenario

4.Vorausmeldung zu NEWS 31/01 v. 2.8.2001

Wien (OTS) - Die von Peter Ruzicka, Intendant der Salzburger Festspiele ab 2002, mehrfach beklagten Subventionskürzungen sind dramatischer als lang angenommen. In einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins NEWS beklagt Ruzicka Kürzungen von 17 Millionen, bis 2003 sogar 23 Millionen Schilling -"das ist der Betrag für zwei Opernproduktionen".

Ruzicka: "Damit wird die Grundlage des Konzepts, um dessentwillen ich bestellt wurde, verlassen."

Laut Ruzicka sind die Säulen drei und vier seines Konzepts - je eine Oper eines österreichischen Emigranten und eine Uraufführung pro Saison - in Gefahr. Ruzicka: "Ich fürchte, dass diese Säulen so nicht zu halten sind. Sie werden sich wohl abwechseln müssen."

Schon 2002 muss zudem statt Schrekers "Die Gezeichneten" ein preisgünstigeres Exilprojekt, Zemlinskys "König Kandaules", gezeigt werden. Ruzicka: "Ich sehe es als Menetekel, wenn sich Salzburg nicht mehr leisten kann, die Oper eines bedeutenden, von den Nazis verbotenen Komponisten zu spielen."

Sollten die Exilopern oder die Uraufführungen insgesamt nicht mehr finanzierbar sein, kündigt Ruzicka seinen Rückzug an: "Es wäre das Ende der Festspiele, wenn man nur noch das Gängige produzieren könnte. Wenn sich die Perspektive zeigte, dass die Exilopern oder die Uraufführungen nicht mehr realisierbar wären, dann wäre meine Arbeit sinnlos. Dann müsste ich gehen."

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