Apothekerkammer: Verwunderung über Vorstoß Pjetas zur Arzneimittelabgabe durch Ärzte

Apothekengesetz wurde erst im Jänner nach mühsamen Verhandlungen novelliert

Wien (OTS) - Wenn heute der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Otto Pjeta in der Tageszeitung Die Presse, die Ausweitung der Abgabe von Medikamenten durch Ärzte fordert, entspricht das nicht der Intention des Gesetzgebers und einer sparsamen Verwendung von Medikamenten. Das stellt der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, fest. Cabana verweist in diesem Zusammenhang auf ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes aus dem Jahr 1998. Demnach ist die ärztliche Hausapotheke ein "Surrogat" (behelfsmäßiger Ersatz) für den Fall, dass eine öffentliche Apotheke nicht besteht.

Cabana: "Es ist ökonomisch sinnvoll, dass der Arzt, der ein Medikament verschreibt, nicht der ist, der aus dieser Verschreibung finanzielle Vorteile hat. Der Arzt soll frei von wirtschaftlichen Überlegungen das für den Patienten am besten geeignete Medikament verschreiben, erklärt Cabana einen Grund, warum Arzt und Apotheker getrennte Aufgabengebiete haben, die sich auch aus der unterschiedlichen Ausbildung ergeben. Der Apotheker ist auf Grund seines Studiums der Spezialist für Arzneimittel, der Arzt Spezialist für Diagnose und Therapieempfehlung.

Erst im heurigen Jänner wurde nach langen, schwierigen Verhandlungen eine Novelle des Apothekengesetzes beschlossen, die die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten aus öffentlichen Apotheken und ärztlichen Hausapotheken klar regelt. "Es ist mir daher völlig unverständlich, warum Präsident Pjeta diese, mit den Regierungsparteien und der Ärztekammer mühevoll ausgearbeitete Novelle nun offenbar wieder in Frage stellen will", sagt Cabana.

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