VP-Wien gegen Aufnahmeprüfung für AHS

Ein umfassendes Aufnahmeverfahren nach wie vor sinnvoll

Wien 24.07.2001 - Die Frage nach punktuellen Aufnahmsprüfungen ist geschichtlich und pädagogisch überwunden und daher kein brauchbares Mittel, um die anstehenden Probleme der Schülerströme vernünftig zu beeinflussen. Alle wissenschaft-lichen Studien zeigen, dass das Instrument der punktuellen Prognose untauglich ist. Die ÖVP-Wien lehnt daher eine Wiedereinführung der Aufnahmsprüfungen ab, sagte heute der Bildungssprecher der Wiener ÖVP, LAbg. Walter Strobl.

Strobl betonte, dass deutlich zu trennen ist zwischen Prognosen zur Allgemeinbildung und Eignungstests zu facheinschlägigen Fertigkeiten oder Begabungen wie sie z.B. für bestimmte Ausbildungsrichtungen (im musisch-künstlerischen, im sportlichen oder in technischen Bereichen) gefordert werden.

Dass wir dringend ein sehr differenziertes Aufnahmeverfahren vor allem in die AHS brauchen, ist hingegen begrüßenswert und entspricht auch den bisherigen Vorstellungen und Vorschlägen der Wiener ÖVP, betonte der Wiener ÖVP-Bildungssprecher.
In Wien besuchen bereits über 60% aller 10-14-Jährigen eine AHS-Unterstufe. Die Statistik zeigt, dass in den letzten beiden Maturadurchgängen in Wien bereits in den ersten 5 Jahren rund 33% der Schüler die AHS wieder verlassen. Überraschend sei auch die drop-out-Rate im Oberstufenbereich, hier sind es verteilt auf die 6. bis 8. Klasse noch einmal rund 20%. In den Jahrgängen von 92-2000 und 93-2001 haben jeweils rund 48% der eingetretenen Schüler die AHS wieder verlassen. Ein weiteres Problem stellt der Nachhilfemarkt dar. Nach Schätzungen geben Eltern bereits rund 300 Millionen Schilling für Nachhilfe aus, nur um ihre Kinder in der AHS halten zu können.

Die Hauptschule bietet - und das ist überall dort nachzuvollziehen, wo sie von den Eltern und Schülern noch angenommen wird - das geeignete didaktische Modell auch für kompensatorische pädagogische Maßnahmen. Den Schülern wird hier mehr Zeit gegeben, um zu reifen, betonte Strobl.

Strobl wiederholte dann die Vorstellungen der Wiener ÖVP.
Wir brauchen 2 Reformmaßnahmen

Eine Neuorganisation der Hauptschule:
Mit Interessens- und Begabungsdifferenzierung und einer weiterführenden Anbindung an das ORG, an die BHMS und an die BS. Das könnte das in Wien entwickelte Modell der KMS leisten. Offen bleibt die Frage, ob nicht gleich, wie von der ÖVP-Wien gefordert, ein Abschluss im Mittleren Bereich durch ein Modell einer "Realschule mit Mittlerer Reife" (mit 16) überlegt werden sollte.

Eine bessere und verbindlichere Beratung in den Übertrittsklassen:
Mit diesen Maßnahmen soll eine "Qualitätssicherung" des Schultyps erreicht werden. Das gilt für die 4. Klasse der Volksschulen, wie für die 4. Klassen der Hauptschulen und AHS.
Dazu schlägt die Wiener ÖVP ein konkretes Modell vor:
objektive Information für Eltern und Schüler
ab der 3. VS beginnend in Hinblick auf weiterführende Schulen, Anforderungen
ab der 3. HS und AHS weiterführende Schulen (BS , BHMS und ORG) keine Werbeveranstaltungen von Direktoren und Buhlen um Kinder -
Tag der offenen Türe, Besuch an der Schule und Kontakt mit Eltern und Schülern ist informativer
Moderne Diagnoseformen für Interessen und Begabungen
nationale Leistungsstandards nicht nur für AHS und BHMS (zentrale Maturafragen)
zentrale Schularbeitskataloge an allen Schnittstellen für 4. VS und 4. HS auch 4. AHS für spezielle Schulanforderungen wie z.B. HTL auch Standardisierte Leistungstests als Möglichkeit
Schulen werden vergleichbarer und verlässlicher (regionale Unterschiede in Wien)
Dient als Information und Entscheidungshilfe für Eltern,
wird durch ein Einfließen in die Beurteilung automatisch zu einer verbindlichen Zulassungsmöglichkeit
Führt zu einer massiven Entlastung v.a. der VS-Lehrer
Berufs- und Schullaufbahnberatung
Auf Basis längerfristiger Beobachtungen schon ab den 3. Klassen (VS, HS, AHS)
Interessens- und Begabungsdifferenzierung ab 13. Lebensjahr (7. u. 8. Schulstufe)

Derzeit nur durch ÖVP-Schulversuchsmodell "Differenzierte Kooperationsschule" am Standort der Hauptschule gewährleistet. Intensive und objektive Schul- und Berufslaufbahnberatung Informeller Beratungspass für jeden Schüler (Leistungsübersicht diagnostischer Verfahren, Begabungsschwerpunkte, Empfehlungen etc.)

Strobl begrüßte die Diskussionsansätze, wie sie derzeit vom Bundesministerium vorgeschlagen werden, dazu zählt die Errichtung von einheitlichen (nationalen) Anforderungsstandards. Derartige Standards werden den Eltern und vor allem den Lehrern der Übertrittsklassen deutlich mehr Sicherheit geben.

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