Österreich - Slowakei: Gewerkschaften im Dialog

Gemeinsam für die ArbeitnehmerInnen

Wien (ÖGB). "Wir wollen gemeinsam die Situation der ArbeitnehmerInnen vor Ort verbessern", erklärte die Leitende Sekretärin des ÖGB, Roswitha Bachner, nach einem Gespräch mit dem Vizpräsidenten des slowakischen Gewerkschaftsverbandes, Eugen Skultety, in Wien. Skultety kritisierte, dass die slowakische Regierung die Gewerkschaften in die Vorbereitung des EU-Beitrittes zwar eingebunden hat, aber der Dialog praktisch nur auf formeller Ebene geführt werde.++++

Sich an einen Tisch setzen und gemeinsam Lösungsvorschläge für anstehende Probleme zu erarbeiten, das ist das Ziel der Zusammenarbeit zwischen den österreichischen und slowakischen Gewerkschaften, waren sich Skultety und Bachner einig. Und so will man es auch bei den anstehenden Problemen im Zuge der Erweiterung der EU halten, auch wenn es in einzelnen Fragen durchaus unterschiedliche Positionen gibt.

Die Slowakei hat derzeit bei etwas mehr als fünf Millionen Einwohner rund 500.000 Arbeitslose. In Österreich wird befürchtet, dass es bei einem EU-Beitritt der Slowakei ohne entsprechende Übergangsregelungen im Bereich der Freizügkeit der ArbeitnehmerInnen zu Problemen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt kommt. Skultety:
"Wir sind gegen Übergangsregelungen, aber es liegt nicht in unserem Interesse, dass die slowakischen Arbeitslosen unser Land verlassen. Wir wollen, dass sie in der Slowakei Arbeit finden."

Bachner und Skultety sind sich daher einig, dass das Problem gemeinsam angegangen werden muss. Bachner: "Ein Lösungsansatz ist, dass wir gemeinsam alles unternehmen, um die Einkommenssituation vor Ort wesentlich zu verbessern."

Skultety lobte in diesem Zusammenhang die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den österreichischen Gewerkschaften und kritisierte, dass die slowakische Regierung die Gewerkschaften in die Vorbereitung des EU-Beitrittes zwar formell eingebunden hat, aber der Soziale Dialog "viel zu formell ist." Er forderte daher, dass die slowakische Regierung den Gewerkschaften mehr Möglichkeiten "zur Teilnahme an der effizenten Vorbereitung des Beitrittes gibt."(ff)

ÖGB, 24. Juli 2001
Nr. 644

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