Schwarzböck: Plus bei Bauerneinkommen macht voriges Minus nicht wett

Auch Abwanderung aus der Landwirtschaft für Plus ausschlaggebend

Wien, 24. Juli 2001 (AIZ). - "Das Einkommen des Jahres 2000 stieg zwar im Vorjahr je Betrieb um 7,2 % und umgerechnet auf Familienarbeitskraft um 10,2 %, doch kann dieses durchaus erfreuliche Plus das Minus seit 1995 nicht wettmachen. Trotz dieser Steigerung liegt das Einkommen des Jahres 2000 um 2,5 % unter jenem des Jahres 1995. Diese Feststellungen sollen die Freude über das Vorjahresergebnis nicht schmälern. Doch muss vor allem angesichts der bevorstehenden EU-Erweiterung auf die besondere Situation in Österreich verwiesen werden, wo nach wie vor durch legistische und bürokratische Hürden die Kosten bei den Betriebsmitteln und Vorleistungen für die Bauern über dem EU-Schnitt liegen. Konkurrenzfähig wird aber unsere Landwirtschaft erst dann, wenn nach den Preisen auch bei den Kosten der Binnenmarkt Einzug hält", stellte der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, in einer Aussendung nach der Präsentation der Einkommensergebnisse 2000 in der den Landwirtschaftsminister beratenden so genannten §-7-Kommission fest. ****

"Der Rückgang bei den Familienarbeitskräften gegenüber dem Vorjahr lag laut Grünem Bericht bei 2,5 % je Betrieb. Diese Tatsache der Abwanderung verbesserte daher das Ergebnis von einem Plus von 7,2 auf einen Zuwachs von 10,2 %", so Schwarzböck weiter. Als weitere Gründe für den Anstieg des Bauerneinkommens im Jahr 2000 nannte er die von der Präsidentenkonferenz schon seit Jahren geforderte und nun umgesetzte Erhöhung des Vorsteuerpauschales von 10 auf 12 % und die gestiegenen Ausgleichszahlungen im ersten Jahr der Wirksamkeit der "Agenda 2000"-Agrarreform. "Auch diese höheren Ausgleichszahlungen, denen Preissenkungen bei den Marktordnungsprodukten Getreide, Milch und Fleisch gegenüberstehen, konnten von der bäuerlichen Interessenvertretung durchgesetzt werden", betonte Schwarzböck.

Bauerneinkommen für Wirtschaft wichtig

"Jeder bäuerliche Betrieb investiert im Durchschnitt deutlich mehr als ATS 200.000,- jährlich in den Bau beziehungsweise die Verbesserung der baulichen Anlagen und in den Ankauf beziehungsweise die Reparatur von Maschinen und Geräten. Der Prozentsatz der Investitionen ist trotz Schwankungen relativ konstant. Die Landwirtschaft sichert auf diese Weise im vor- und nachgelagerten Bereich und somit im ländlichen Raum zahlreiche Arbeitsplätze. Alleine die Ausgaben der Landwirtschaft für den Zukauf von Gütern und Dienstleistungen sichern schätzungsweise 60.000 Arbeitsplätze in Industrie und produzierendem Gewerbe. Weiters tragen die Verarbeitung und Vermarktung agrarischer Produkte wesentlich zur Erhaltung von 250.000 Arbeitsplätzen in der Nahrungsmittelbranche bei. Somit hat jede Veränderung des Bauerneinkommens direkte Folgen auf die Wirtschaft im ländlichen Raum", erläuterte Schwarzböck.

"Damit die Bauern auch in Zukunft die Rolle eines Wirtschaftsmotors im ländlichen Raum erfüllen können, müssen alle Anstrengungen unternommen werden, den bäuerlichen Familienunternehmen einen gerechten Anteil an der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung zu sichern. Angesichts der EU-Erweiterung bedeutet dies neben den erwähnten Kostensenkungen auch eine funktionsfähige Gemeinsame Agrarpolitik mit ihren wichtigsten Inhalten, wie der Gemeinschaftspräferenz und den mengenregulierenden Instrumenten. Vor allem die ländliche Entwicklung muss so gestaltet werden, dass die Maßnahmen für den ländlichen Raum mehr Stabilität und auf diese Weise neue Zukunftschancen bringen", so Schwarzböck abschließend. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

http://www.aiz-pressedienst.com
FAX: (01) 535 0438

AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, e-Mail: pressedienst@aiz-in.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ/AIZ