Chemische Industrie: VOC-Verordnung erschwert Erreichung der Kyoto-Ziele

Durch Abluftreinigungsanlagen erhöhter CO2-Ausstoß

Wien (PWK530) - In der Diskussion um die vom
Wirtschaftsministerium geplante Umsetzung der EU-Richtlinie zur Begrenzung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC-Richtlinie) zeigt der Fachverband der chemischen Industrie einen Zielkonflikt zu den im Kyoto-Abkommen für Österreich festgelegten Reduzierungszielen für Treibgase auf.

Durch die geplante VOC-Verordnung mit überzogen strengen Grenz- und Schwellenwerten werden zwar die Emissionen an Lösemitteln reduziert, gleichzeitig wird es aber auch zu einem verstärkten Ausstoß des Treibgases CO2 kommen. Kohlendioxid ist hauptverantwortlich für die Erwärmung der Erdatmosphäre.

Die notwendigen Abluftreinigungs-(Verbrennungs-)anlagen, die organischen Kohlenstoff in Kohlendioxid umwandeln, werden CO2 in Höhe von schätzungsweise 30.000 - 40.000 Tonnen jährlich emittieren. Dies ergibt sich daraus, dass Abluftreinigungsanlagen Oxidationstemperaturen von rund 1.000 Grad Celsius benötigen, die nur durch die Zufeuerung von Erdgas, bei dessen Verbrennung CO2 entsteht, erreicht werden können.

Auch eine Studie des Umweltministeriums weist in einem Überblick zu den Abluftreinigungstechnologien darauf hin, dass es durch die thermische Nachverbrennung, die nur mit zusätzlicher Stützfeuerung möglich ist, zu hohen zusätzlichen Emissionen an CO2 kommt, das in die Atmosphäre gelangt und zur globalen Erwärmung beiträgt.

Die vom Wirtschaftsministerium geplante Maßnahme wird somit bewirken, dass die von Österreich im Rahmen des Kyoto-Abkommens zugesagte Reduzierung der Treibhausgase um 13 % noch schwieriger zu erreichen sein wird, als dies ohnehin schon der Fall ist. Angesichts dieser Tatsache appelliert die österreichische chemische Industrie an das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, eine strikt EU-konforme Umsetzung der VOC-Richtlinie vorzunehmen. (MH)

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