AK-Tumpel zu Gehrer: "Schüler brauchen mehr Chancen und nicht neue Hürden"

AK fordert von Bildungsministerin statt neuer Bildungs-Hürden mehr Geld für mehr und neue Schulplätze

Wien (AK) - "Österreichs Schüler brauchen mehr und bessere Chancen für eine Ausbildung mit Zukunft und keine zusätzlichen Hürden", fordert AK-Präsident Herbert Tumpel von Unterrichtsministerin Gehrer angesichts der von ÖVP und FPÖ losgetretenen Diskussion über Aufnahmetests an den AHS. Österreich liegt bei der Maturanten- und Akademikerquote bereits jetzt im europäischen Schlussfeld. "Durch neue Hürden bereits für Zehnjährige wird sich daran nichts ändern", kritisiert Tumpel. Die ständig steigenden Anforderungen der Arbeitswelt können aber nur durch Höherqualifizierung erreicht werden. Daher fordert der AK-Präsident statt einer Debatte um neue Bildungs-Hürden, dass die Regierung mehr Geld in mehr und neue Schulplätze investiert. "Mit der derzeitigen Debatte wird nur davon abgelenkt, dass es in Österreich zu wenig Ausbildungsplätze für Zukunftsberufe gibt", kritisiert Tumpel. ****

Nach der Hochschulplanungsprognose will das Bildungsministerium die Maturantenquote in Österreich in den nächsten Jahren von derzeit 37 Prozent auf 50 Prozent steigern. "Mit neuen Hürden, die den AHS-Zugang erschweren wird das nicht möglich sein", kritisiert Tumpel. Mehr als 90 Prozent der SchülerInnen aus einer AHS-Unterstufe besuchen eine Oberstufe mit Maturaabschluss, aber nur 33 Prozent der SchülerInnen aus der Hauptschule: "Gerade an den berufsbildenden höheren Schulen werden aber die Experten ausgebildet, nach denen die Wirtschaft dauernd ruft", sagt Tumpel. Außerdem zeigen Studien, dass der Übertritt von der Volksschule in die AHS oder Hauptschule auch von der sozialen Stellung der Eltern abhängig ist. "Diese Vergeudung von Begabungsreserven können wir uns nicht leisten", meint Tumpel.

Satt einer Debatte über Zugangsbeschränkungen fordert der AK-Präsident mehr Geld für mehr und neue Schulplätze. Schon jetzt werden gerade an den berufsbildenden Schulen viele 14-jährige abgewiesen, können bei weitem nicht alle in die Schule ihrer Wahl gehen. "Es gibt zu wenige Schulplätze, vor allem in jenen Bereichen, wo die Wirtschaft Fachkräfte sucht: in den Informations- und Telekommunikationsberufen", sagt Tumpel. Ministerin Gehrer müsse für den Ausbau der Schulen sorgen. Sie müsse dringend etwas tun, damit nicht länger rund ein Viertel der SchülerInnen an den berufsbildenden Schulen die Ausbildung mit 15 wieder aufgeben muss. "Wenn die Regierung von einem Schwerpukt Bildung spricht, dann soll sie dafür etwas tun und nicht über neue Bildungs-Hürden diskutieren", fordert Tumpel.

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AK Wien Presse Christian Spitaler

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