Erhebung der Finanzdaten der Gemeinden -Umstellung auf elektronischen Fragebogen erfolgreich abgeschlossen

Wien (OTS) - Die Ausgaben und Einnahmen der Gemeinden sind ein bedeutender Bestandteil der öffentlichen Finanzen. Im Jahr 2000 betrug der Gemeindeanteil an den öffentlichen Investitionen nach Berechnungen der STATISTIK AUSTRIA etwa 56 Prozent, etwa ein Viertel der Gehälter für öffentlich Bedienstete werden von den Gemeinden ausbezahlt. Von den gesamten österreichischen Steuereinnahmen erhalten die Gemeinden 17%. Der Finanzierungssaldo (das ist der "Beitrag" der Gemeinden zum "öffentlichen Defizit") lag in den Jahren 1988 bis 2000 zwischen 6 Mrd. S (436 Mio. EUR) Überschuss und 12 Mrd. S (872 Mio. EUR) Defizit. Etwas mehr als 4% der öffentlichen Verschuldung entfallen auf die Gemeinden.

Diese Zahlen wurden nach den Konzepten des Europäischen Systems der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG) ermittelt; Datengrundlage ist die Erhebung der Finanzdaten der Gemeinden. Diese Erhebung, die von STATISTIK AUSTRIA (früher: Österreichisches Statistisches Zentralamt) jährlich seit 1955 durchgeführt wird, wurde in den letzten drei Jahren von Papier (2 Formulare mit 880 Merkmalen) auf einen elektronischen Fragebogen umgestellt. Bei den Erhebungen über das Finanzjahr 1998 und 1999 stand es den Gemeinden frei, ihre Daten weiterhin auf Papier oder bereits via elektronischen Fragebogen und Internet an STATISTIK AUSTRIA zu schicken. Ab dem Finanzjahr 2000 steht ausschließlich der elektronische Fragebogen zur Verfügung.

Trotz fehlender Rechtsgrundlage (eine Gebarungsstatistik-Verordnung ist in Vorbereitung) haben bis zum Stichtag 19.Juli 2001 2.160 österreichische Gemeinden (d.s. 92%) ihre Daten via Gemeindeaufsichtsbehörden an die STATISTIK AUSTRIA übermittelt. Die noch fehlenden Gemeinden werden durch ein eigens entwickeltes Schätzungsprogramm ergänzt. Durch diesen frühen Abschluss der Datenanlieferung gibt es erstmalig eine gemeinsame Datenbasis für Gebarungsstatistik, für die "Maastricht-Berechnungen" und allfällige Arbeiten im Rahmen des österreichischen Stabilitätspaktes.

Durch die Umstellung der Erhebung auf moderne Methoden konnten die Kommunen sowohl zeit- als auch ressourcenmäßig entlastet werden, was durch die hohe Meldequote eindrucksvoll dokumentiert wurde. Deshalb gilt der Dank all den Gemeinden, die trotz Zusatzarbeiten im Rahmen der Volkszählung die Daten an die STATISTIK AUSTRIA übermittelt haben. Dank auch an jene Ämter und Behörden, die die STATISTIK AUSTRIA bei der Sammlung der Datenbestände tatkräftig unterstützt haben.

Mit ersten offiziellen Ergebnissen der Finanzstatistik ist im 4. Quartal 2001 zu rechnen, also gut ein halbes Jahr früher als bisher.

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