Forstinger: Künftig einstündige Fahrzeit Graz-Klagenfurt

Relevante Analysedaten zur Koralmbahn

Wien (OTS) - "Die Verbesserung der regionalen Erreichbarkeiten mit dem Kernstück der einstündigen Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt stärkt den Grazer und den Kärntner Zentralraum u.a. durch die Möglichkeit der Nutzung komplementärer Einrichtungen. Im Personenverkehr verbessern sich mit dem Bau der Koralmbahn für ca. 400.000 Personen die Erreichbarkeitsverhältnisse im Öffentlichen Verkehr gegenüber dem Straßenverkehr im 30-Minuten Einzugsbereich", gab Verkehrsministerin Monika Forstinger heute, Dienstag, nähere Daten zur Analyse der für die Koralmbahn relevanten Zielsetzungen bekannt.*****

Die Koralmbahn findet sich als Teil des Pontebbana-Korridors in internationalen Überlegungen und Planungskonzepten, wie den TEN-Leitlinien. In den bestehenden verkehrs- und regionalpolitischen Zielsetzungen des Bundes, der Länder Steiermark und Kärnten sowie der betroffenen Regionen zeigt sich die hohe innerösterreichische Bedeutung der Koralmbahn.

"Durch die Errichtung der Koralmbahn wird die überregionale Erreichbarkeit des Südens Österreichs und damit der Wirtschaftsstandort Steiermark und Kärnten verbessert. Es wird die Chance für eine positive regionalwirtschaftliche Entwicklung eröffnet. So bewirkt der Betrieb der Koralmbahn eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von jährlich öS 2,3 Mrd. in Österreich", führte Forstinger aus. Zudem resultiert aus dem Anschluß an eine Hochleistungsinfrastruktur ein Imagegewinn für diese Regionen.

Die Schaffung einer attraktiven Bahnverbindung trägt zur Verlagerung von Verkehr auf die Schiene bei. Dies betrifft sowohl den Güter-, als auch den Personenverkehr. Werden zusätzliche verkehrspolitische Maßnahmen zu Gunsten des öffentlichen Verkehrs gesetzt, können diese Verlagerungseffekte gegenüber dem prognostizierten Referenzfall wesentlich größere Ausmaße annehmen. Die Koralmbahn stellt die dafür nötige Attraktivität und Kapazität zur Verfügung, wodurch sie einen Beitrag zur Erreichung der verkehrspolitischen Umweltziele in Österreich leistet.

"Der südlich von Österreich verlaufende Korridor V, der von Triest / Koper über Ljubljana und Budapest bis Kiev führt, stellt im Personenverkehr und auch im Güterverkehr nur eine geringe Konkurrenz für die Koralmbahn dar. Er zielt darauf ab, Güterverkehrsströme von Südeuropa aufnehmen zu können und erfaßt dadurch andere Verkehre als der Pontebbana-Korridor, der vor allem Verkehre in Richtung Polen -Tschechien - Oberitalien übernimmt. Es ist daher eher von Koexistenz als von Konkurrenz zu sprechen", erläuterte Forstinger.

Der Vollausbau der Koralmbahn stellt die verkehrspolitischen und regionalwirtschaftlichen Effekte sicher. Ähnliche Wirkungen können jedoch bereits bei Errichtung einer eingleisigen Direktverbindung (Durchbindungsphase) erzielt werden. Mit dem Ausbau der bestehenden Südbahn oder der Errichtung der Koralmbahn ohne Koralmtunnel (Regionalbahnphase) lassen sich vergleichsweise keine maßgeblichen Verbesserungen der überregionalen (und z.T. der regionalen) Erreichbarkeit sowie im Bereich der Regionalwirt-schaft und des Wirtschaftsstandortes erzielen.

"Die vergleichende volkswirtschaftliche Betrachtung zur Prioritätenreihung in Form einer Nutzwertanalyse ergibt für die Koralmbahn Rang 3 bis 4 - in Abhängigkeit der Gewichtung einzelner Faktoren. Ebenfalls den 4. Rang nimmt die Koralmbahn bei der maßgeblichen betriebswirtschaftlichen Bewertung im Bereich Absatz ein. Insgesamt zeigt sich, daß die Koralmbahn vor allem ein innerösterreichisch begründetes Projekt ist", so die Verkehrsministerin. Und abschließend: "Mit der Koralmbahn werden durch die Verbesserung der Erreichbarkeit der Südsteiermark und Ostkärntens sowie der jeweiligen Zentren und Regionen Chancen für eine positive regionalwirtschaftliche Entwicklung eröffnet. Diese lassen sich bei einem Vollausbau sowie - in abgeschwächter Form -auch bei einem eingleisigen Ausbau (Durchbindungsphase) erzielen". (schluß bxf)

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