• 23.07.2001, 17:23:03
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DER STANDARD-Bericht: "Neuer Landeshauptmann und Parteichef gesucht: Weingartner und Eberle sind out: In Tiroler VP wird mit Kampfabstimmung im Oktober gerechnet" (Erscheinungstag 24.7.2001)=

Innsbruck/Wien - Die Tiroler ÖVP-Mitglieder werden - den Tugenden
ihres Parteiobmannes in Wien, Wolfgang Schüssel, gemäß - Langmut und
Gelassenheit beweisen müssen. Wie es in ihrer zerstrittenen
Landespartei weitergehen soll, wird nach Ansicht des Tiroler
Bauernbundchefs Anton Steixner nämlich erst im Oktober auf dem
Parteitag entschieden werden. Und dort mit einer Kampfabstimmung,
glaubt der Chef des mächtigen VP-Bundes, der in Tirol stets die Rolle
des Königsmachers übernahm.

"Das wird wohl nach alter Tiroler Tradition so passieren. Die
Delegierten werden sich halt nit vorschreiben lassen, wen sie zu
wählen haben", klärt Steixner im Gespräch mit dem Standard über
hiesige Parteisitten auf. Ein deutlicher Seitenhieb auf
VP-Generalsekretärin Maria Rauch- Kallat, die im Standard-Interview
verlangt hatte, dass die Tiroler Probleme "keinesfalls über den
Sommer weiterbrodeln" dürften.

Manda oder Weibaleit

Diesem Ansinnen erteilt man auch im Büro von Landeshauptmann Wendelin
Weingartner eine Absage. In den nächsten drei Monaten "passiert
sicher nicht viel", heißt es auf Standard-Anfrage. Auch wenn beide
Kontrahenten - Weingartner und Noch- Parteichef Ferdinand Eberle -
als abermalige Kandidaten für den Parteivorsitz gehandelt werden,
hält Steixner die beiden für die Spitzenposition nicht mehr
vertretbar. Es sei "gscheiter", wenn andere aus der Partei nach vorne
kämen. "Ob Manda oder Weibaleit" sei unwesentlich, wie auch die
Zugehörigkeit zum Bauernbund.

Ob der neue Landeshauptmann auch gleichzeitig Landeshauptmannkandidat
sein wird, sei noch nicht ausgemacht. Auch eine Trennung der beiden
Positionen sei denkbar.

Der Schaden für die Tiroler ÖVP halte sich - trotz der Grabenkämpfe
und Spaltung in zwei Lager - noch in Grenzen. Steixner: "Weil, die
anderen Parteien glänzen ja auch nit umbedingt, oder?"

Am Montag ließ jedenfalls Eberle wissen, dass er am Parteitag im
Herbst zwar nicht wieder kandidieren wolle, aber weiterhin gegen eine
Holding der Tiroler Hypo Bank mit der Südtiroler Sparkasse eintreten
werde.

Der Einzige, der offen sagt, für eine Kandidatur bereit zu sein, hat
die geringsten Chancen: Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser.

Als aussichtsreichster Kandidat gilt hingegen Kulturlandesrat Günther
Platter, der erst seit einem Dreivierteljahr in der Landesregierung
sitzt. Der Exkommunalpolitiker mit hohen Beliebtheitswerten und
jetzige Tiroler ÖAAB-Chef hat sogar gute Chancen, die Unterstützung
des Bauernbundes zu erhalten.

Ewiger Dissident

Denn der mögliche Kandidat aus den eigenen Reihen - der Innsbrucker
Bürgermeister Herwig van Staa - wird mit Skepsis betrachtet. Er
könnte zwar Wahlen gewinnen, gefalle sich aber innerparteilich in der
Rolle des "ewigen Dissidenten", heißt es.

Nur Außenseiterchancen werden auch der Gesundheitslandesrätin
Elisabeth Zanon eingeräumt. Es wird bezweifelt, dass sie im rauen
Wind der Tiroler Landespartei durchsetzungsstark genug sein könnte.
(mon, mue, cs)

Rückfragehinweis: Der Standard

Tel.: (01) 531 70/428

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST/MON, MUE, CS

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