Internationale Walfang-Konferenz ab Montag in London

Wien (OTS) - Morgen, Montag, beginnt in London die bis Freitag anberaumte Jahrestagung der internationalen Walfangkonvention. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen die Einrichtung neuer Walschutzgebiete, die Kontrolle und Überwachung der bestehenden Fangbeschränkungen, der wissenschaftliche Fang sowie die Beeinflussung der Walbestände durch Umwelteinflüsse. Österreich, das die Walfangkonvention ebenfalls unterzeichnet hat, will sich in London für den größtmöglichen Schutz aller Wal- und Delfinarten einsetzen und am Verbot des kommerziellen Walfangs und des internationalen Handels mit Walfleisch und Walprodukten festhalten. Die österreichische Delegation wird von Dr. Andrea Nouak aus dem Umweltministerium geleitet.

In London stehen zwei Vorschläge für die Einrichtung weiterer Walschutzgebiete zur Diskussion, und zwar im Südpazifik und im Südatlantik. Australien und Neuseeland haben den Antrag für das Schutzgebiet im Pazifik schon 2000 eingebracht, dafür aber nicht die erforderliche Mehrheit erhalten. Österreich wird in London die Einrichtung beider Schutzzonen unterstützen. Der Indische Ozean und das Meer um die Antarktis wurden bereits zu Schutzzonen erklärt, außerdem haben Italien, Frankreich und Monaco ein Schutzgebiet im Mittelmeer eingerichtet.

Auf der Tagesordnung steht außerdem eine Diskussion über das so genannte revidierte Bewirtschaftungsschema für Wale. Es basiert auf dem seit 1986 geltenden Moratorium des kommerziellen Walfangs und will Rahmenbedingungen für die Bewirtschaftung festlegen, die auf wissenschaftlichen Schätzungen des Tierbestandes basieren. Aus österreichischer Sicht hat dieses Schema nur dann Sinn, wenn es wirksame Überwachungs- und Kontrollmechanismen enthält. Auf keinen Fall darf es die bisherigen Regelungen über das Moratorium für den kommerziellen Walfang ersetzen.

Außerdem wird auf der Konferenz die Beeinflussung der Walbestände durch negative Umwelteinflüsse erörtert. Wale sind nicht nur wegen der Jagd, sondern auch durch Kollisionen mit Schiffen, durch giftige Chemikalien, Lärm, Verstrickung in Fischnetzen, durch die Erdöl- und Erdgassuche sowie durch Futtermangel auf Grund der Überfischung gefährdet.

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