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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Ein Begriff geht um die Welt

Utl.: Ausgabe vom 21. Juli 2001=

Globalisierung: Ein Begriff geht um die Welt.
Schürt Angst. Und Vorurteile. Menschen ziehen zu Zehntausenden auf die Straße, schreien sich die Seele aus dem Leib - und meinen doch alle etwas anderes. Der eine kämpft für globalen Umweltschutz. Der andere für weltüberspannende Menschenrechte. Der schreit für Schuldenerlass. Dieser marschiert für den Frieden der Welt. Unter dem Schlagwort "Globalisierung" finden sie ihr gemeinsames Zuhause... Sie erwecken - derart geballt, derart vereint, stark und gewaltig -den Eindruck, als würden sie mit einer Stimme sprechen: Nieder mit dem Weltgipfel! Schluss mit den verhassten Symbolen der Macht! Ja, sie erwecken den Eindruck. Sie täuschen ihn vor. Tun so, als wären sie die Retter der Welt.
Was aber soll gerettet werden? Weltklima, Armut, Krankheit, Frieden? Die "großen Themen" sind nicht zuletzt Sache derer, die sie mit ihren "verhassten" Machteinflüssen lenken können. Das Gipfeltreffen für alle Ewigkeit zu sprengen, kann nicht Sinn der Demonstranten sein. Sinn muss es sein, "die da oben" für die Sorge der "Kleinen" zu sensibilisieren, sie hellhörig machen für das, was abseits der Weltkonjunktur auf der Tagesordnung steht.
Es wäre nicht fatal, würde das eintreffen, was der eine und andere Gipfelteilnehmer leise andeutet: Schluss mit dem Gipfel! Nein, es wäre nicht fatal. Doch bringen würde es den Demonstranten auch nichts. Gar nichts. Was das wirklich und einzig Fatale ist? Dass ein Mensch, den seine Überzeugung auf die Straße zwang, sein Leben lassen musste.

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