Schasching zur Bildungspolitik: Anstatt zukunftsweisender Reformen macht Regierung Schritt zurück

Wiener Modell als Vorbild für Ballungsräume

Wien (SK) Kritisch blickt auch die SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching anläßlich der dieswöchigen Bilanzpressekonferenz des SPÖ-Bildungssprechers Dieter Antoni auf die Bildungspolitik der Regierung im letzten Jahr zurück. "In vielen Bereichen, in denen zukunftsweisende Reformen mehr als notwendig sind, hat die Regierung mit ihrer unüberlegten Sparpolitik nur einen Schritt zurück gemacht", stellte Schasching am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. ****

Für die SPÖ sei die Richtung klar, in die es bei der Bildung in den kommenden Jahren gehen soll, so Schasching weiter: Strukturen, die stärker als bisher den Interessen der SchülerInnen Rechnung tragen -wie das von Dieter Antoni vorgestellte Modulsystem für die Oberstufen - sollen so bald wie möglich umgesetzt werden. Modulsysteme, wie das von der SPÖ vorgestellte, hätten sich in anderen europäischen Ländern (z.B. Finnland) bereits seit Jahren bewährt.

Besonderen Reformbedarf sieht Schasching auch im Bereich der Hauptschulen und der AHS-Unterstufen: "Die Stadt Wien hat da mit der kooperativen Mittelschule den Weg für die Zukunft vorgezeichnet. Vor allem für Ballungsräume kann dieses Modell beispielgebend sein. Je nach den Bedürfnissen einer Region kann mit der kooperativen Mittelschule eine optimale Mischung aus den Möglichkeiten der Hauptschule und der Unterstufe gefunden werden." Das Wiener Modell habe sich seit seiner Einführung bewährt: Auf die Bedürfnisse der SchülerInnen könne im breiteren Spektrum der kooperativen Mittelschule weit besser eingegangen werden, vor allem der Wechsel in berufsbildende Schulen erfolge nach den Wiener Erfahrungen weit reibungsloser. "Das Modell ist keine 'Zwangsbeglückung', sondern soll als dritter Weg im Schulangebot für 10- bis 14-jährige eine echte Alternative sein", so die Niederösterreichische Abgeordnete.

Auch in der Schulpartnerschaft und der Konfliktlösung fordert Schasching Verbesserungen. Die Schulpartnerschaft übernehme im Vorschlag der SPÖ nicht nur die Aufgabe der regelmäßigen Auseinandersetzung mit dem Schulklima und anstehenden Problemen, sondern bestimme auch die Qualitätsziele der Schule. "Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen sollen gemeinsam Ziele für die Ausbildung an der Schule festlegen und auch überprüfen, wie es um die Umsetzung dieser Ziele bestellt ist." Im Bereich der Problembewältigung will die SPÖ verstärkt auf das Know-How von ausgebildeten ExpertInnen setzen: "Mit den Sparmaßnahmen sind viele Möglichkeiten zur Konfliktlösung, wie zum Beispiel die Beiziehung von geschulten PädagogInnen oder PsychologInnen unfinanzierbar geworden. Gerade da müssen von der Ministerin im kommenden Jahr wieder ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden. Probleme können nicht durch mehr Strafen gelöst werden, wie das mit den Verhaltensvereinbarungen versucht wurde", fordert Schasching.

Der Ball liege jetzt bei der Regierung. "Die SPÖ hat mit den letzten bildungspolitischen Vorschlägen ein Programm für Österreich vorgelegt, in dem viele wichtige Fragen angegangen werden. Ich hoffe, dass sich die Ministerin Gesprächen zu diesen Themen nicht verschließt - damit zumindest in der zukünftigen Bildungspolitik der Regierung etwas weitergeht!"(Schluss) hm/cb

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