Greenpeace gibt Klima-Alarm in Bonn

Japan, Kanada und Australien gefährden das Kyoto-Protokoll

Wien (OTS) - Vor dem Gebäude der UN-Klimakonferenz in Bonn wurde heute gegen 14 Uhr von Greenpeace-Aktivisten Sirenen eingeschaltet. Der Alarm soll die Minister aufmerksam machen, dass es höchste Zeit für konstruktive Gespräche zur Abwendung der globalen Klimakatastrophe ist. Die Aktivisten entrollten draußen ein Transparent mit den Worten "Australien, Kanada, USA -Klima-Verbrecher" während Australien und Kanada drinnen alles tun, um das Kyoto-Protokoll abzuwürgen, zu sabotieren und den Kampf gegen die Klimakatastrophe zu behindern.

"Die ganze Welt ist verzweifelt und die Klima-Konferenzist gefährdet", sagte Steve Sawyer, Klima-Experte von Greenpeace International. "Wenn sich die Delegierten hier nicht auf einen starken Klima-Vertrag einigen können, um dem Treibhauseffekt begegnen zu können, gehen wir einer katastrophalen Entwicklung des Weltwetters entgegen", warnte Sawyer. "Kleine Änderungen im Text des Protokolls würden den Ländern erlauben, ihre Emissionen um Hunderte Millionen Tonnen Kohlendioxid zu erhöhen, was für Millionen Menschen weltweit den Tod bedeuten könnte", befürchtet Sawyer.

Die Situation für die Welt ist ernst. Dank dem amerikanischen Präsidenten Bush versuchen nun Länder wie Japan, Kanada und Australien weitere Schlupflöcher zu finden, um weitergehende Emissionen zu ermöglichen, die noch mehr Raubbau an der Erde bedeuten als jemals zuvor. Damit der Vertrag in Kraft treten kann, muss die Mehrheit der Länder, die die Mehrheit der Weltemissionen repräsentieren, das Abkommen ratifizieren. Ohne Japan wird dies nicht zustande kommen, befürchtet Greenpeace.

Das Kyoto-Protokoll verpflichtet die 39 Industrienationen, zwischen 2008 und 2012 ihre Treibhausgase durchschnittlich um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu reduzieren. Das gewichtigste Treibhausgas ist Kohlendioxid, das hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe entsteht. Das Kyoto-Protokoll wird nicht in Kraft treten, solange nicht mindestens 55 Prozent der Staaten, die für 55 Prozent der gesamten Weltemissionen verantwortlich sind, das Protokoll ratifizieren. Hochrangige Politiker aus 180 Ländern sind dazu am Montag für zwei Wochen nach Bonn gekommen, um das Kyoto-Protokoll zu verhandeln. Greenpeace appelliert an die Politiker aus aller Welt, ihre Verantwortung für unseren Planeten endlich wahrzunehmen und das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren.

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