Schieneninfrastrukturfinanzierungs-Gesellschaft m.b.H. (SCHIG mbH) legt das Endergebnis der europaweiten Interessentensuchen für 12 Nebenbahnstrecken vor

Die Weichen für Nebenbahn-Ausschreibungen sind gestellt

Wien (OTS) - Mit dem Abschluss der Prüfung der Interessensbekundungen, die bis zum 23. Mai 2001 eingebracht wurden, liegt jetzt ein Endergebnis der ersten europaweiten Interessentensuchen für Nebenbahnen vor. Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) hat die Schieneninfrastrukturfinanzierungs-Gesellschaft m.b.H. (SCHIG mbH) im März dieses Jahres mit der europaweiten Bekanntmachung die Interessentensuchen gestartet. Das sind die ersten Verfahren, die aus einem gemeinsamen Projekt von SCHIG mbH, BMVIT und Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hervorgehen.

Für folgende 12 Nebenbahnstrecken wurden Unternehmen, Vereine oder auch Privatpersonen aufgefordert, ihr Interesse an der Übernahme einer oder mehrere Strecken in Form einer Interessensbekundung zu übermitteln:

1.Weitersfeld - Drosendorf (Niederösterreich)
2.Göpfritz - Raabs (Niederösterreich) 3.Siebenbrunn-Leopoldsdorf - Engelhartstetten
(Niederösterreich)
4.Ernstbrunn - Mistelbach (Niederösterreich)
5.Poysdorf - Dobermannsdorf (Niederösterreich)
6.Gmünd - Groß Gerungs (Niederösterreich)
7.Gmünd - Litschau (Niederösterreich)
8.Freiland - Türnitz (Niederösterreich)
9.Wietersdorf - Hüttenberg (Kärnten)
10.St. Paul - Lavamünd (Kärnten)
11.Mürzzuschlag - Neuberg Ort (Steiermark)
12.Rohr - Bad Hall (Oberösterreich)

Für 11 von 12 Nebenbahnstrecken haben Privatbahnunternehmen aus Österreich und dem Ausland ihr Interesse an einer Übernahme als öffentliche Eisenbahn angemeldet. Ausgehend von diesem Ergebnis der Interessentensuche folgt im Projekt "Ausschreibung von Nebenbahnen" jetzt der nächste Schritt: die europaweite, öffentliche Ausschreibung von 11 Nebenbahnstrecken durch die SCHIG mbH, die voraussichtlich im Herbst 2001 gestartet wird. Dabei handelt es sich um die ersten derartigen Verfahren in Europa.

Lediglich für die Strecke Rohr - Bad Hall (Oberösterreich) erreichte die SCHIG mbH nur eine Interessensbekundung, die sich auf die Übernahme der Strecke als nicht-öffentliche Eisenbahn (z.B. als Anschlussbahn) bezieht. Aufgrund dieses Ergebnisses wird die SCHIG mbH der obersten Eisenbahnbehörde die dauernde Einstellung der Strecke gem. EisbG §29 empfehlen, die bereits von den ÖBB im Vorfeld der Projektarbeiten beantragt worden war. Nach erfolgter Einstellung ist der angestrebte Weiterbetrieb der Nebenbahn als nicht-öffentliche Eisenbahn (z.B. als Anschlussbahn) möglich.

Ausgeschrieben wird für jede einzelne Strecke Erhaltung und Betrieb der Infrastruktur. Dabei fungiert die SCHIG mbH als ausschreibende Stelle, die alle notwendigen Verträge im Namen des BMVIT verhandelt, vergibt, durchführt und auch die Mittel zur Finanzierung der Infrastruktur zur Verfügung stellt. Das neue Infrastrukturunternehmen wird von der SCHIG mbH angehalten, die Infrastruktur, also sein Produkt, bestmöglich zu vermarkten. Das heißt: Der neue Infrastrukturbetreiber muss versuchen, möglichst viel Verkehr (sowohl Personen- als auch Güterverkehr) auf "seine" Strecke zu bringen. Ziel der Ausschreibung ist u.a. auch eine Entlastung des Bundesbudgets.

Der in diesem Ausschreibungsverfahren ermittelte Bestbieter schließt mit den ÖBB einen Pacht- bzw. Kaufvertrag über die jeweilige Strecke ab, der den Bietern bereits in den Ausschreibungsunterlagen zur Kenntnis gebracht wird. Damit ist sowohl absolute Diskriminierungsfreiheit als auch Kalkulierbarkeit der Angebote für alle Bieter gewährleistet.

Bei einer erfolgreichen Ausschreibung der Infrastruktur an einen neuen Infrastrukturbetreiber wäre der Erhalt der Strecken für eine Vertragslaufzeit von 15 Jahren gesichert.

Rückfragen & Kontakt:

SCHIG mbH
Mag. Martina Schlapschy
(Abt. für Infrastrukturvermarktung)
Tel.: 01/812 73 43-429
e-mail: martina.schlapschy@schig.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS