WKÖ: one-stop-shop bei Verwertungsgesellschaften einführen

Bürokratische Hemmnisse der Verwertung und Urheberrechtsprobleme behindern die Entwicklung einer neuen Branche

Wien (PWK524) "Es ist an der Zeit, die Geschäftsmodelle an die technische Entwicklung anzupassen", betonte Werner Teufelsbauer, Leiter der Abteilung für Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, Donnerstag Abend im Rahmen der Präsentation des Positionspapieres "eContent - eine neue Branche sucht ihre Identität". Teufelsbauer forderte zum wiederholten Male die Einführung des "one-stop-shop" Prinzips für Rechtenutzer und Rechteverwerter.

"Der Rechtsrahmen der österreichischen Verwertungsgesellschaften stammt aus der Zeit der 30-er Jahre. Wir sind daher gefordert, moderne Strukturen für die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts zu schaffen. Wenn es uns nicht bald gelingt die bürokratischen Hemmnisse der Verwertung zu beseitigen, behindern wir die Entwicklung einer neuen Branche. Eine Verwirklichung des one-stop-shop bei den zwölf Verwertungsgesellschaften ist daher umgehend zu realisieren", so Teufelsbauer.

Gerade für kleinere Unternehmen sind die Verwertungsgesellschaften von hohem Nutzen. Teufelsbauer unterstrich, dass die rechtlichen Bedingungen zur Erstellung von digitalen Inhalten sowie für digitale Anwendungen ein wichtiger Faktor seien. "Aber der schwierige Zugang zu Verwertungsrechten ist ein Hindernis, das direkte Konsequenzen für die eContent- Industrie hat".

Auch Hanspeter Hanreich, Leiter der Abteilung für Rechtspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, tritt für eine effiziente Klärung der Urheberrechte ein. "Unbedingt notwendig ist die Erstellung einer frei zugänglichen Datenbank im Internet, in der alle Verwertungsgesellschaften die Namen und Werke der Urheber eintragen, die sie verwerten. Nur so wird eine rasche und vor allem rechtssichere Abwicklung für die eContent-Unternehmen sichergestellt. Darüber hinaus ist es dadurch aber auch möglich, eine Transparenz und Effektivität unter den nationalen Verwertungsgesellschaften zu schaffen", so Hanreich. Als erfolgreiches Beispiel dafür, dass derartige Datenbanken eingerichtet werden können, kann www.phononet.at genannt werden, wo alle in Österreich erhältlichen Musiktitel online verzeichnet sind.

"Wenn man bedenkt, dass im gesamten EU-Raum der eContent Bereich mit 4 Millionen Angestellten derzeit ein Volumen von etwa 412 Milliarden Euro erwirtschaftet, was rund 5 Prozent des BIP der EU entspricht, und Wachstumsraten von 20% pro Jahr sowie die Schaffung von rund 1 Million neuer Jobs bis ins Jahr 2005 prognostiziert werden, dann unterstreicht das die Wichtigkeit von eContent", so Teufelsbauer abschließend.

Den Volltext zum Positionspapier finden sie unter http://wko.at (WG)

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