AMA rechnet auch im neuen Milchquotenjahr mit hoher Überlieferung

Milchanlieferung um 1,5 bis 2,5 % gestiegen - ATS 870 Mio. Zusatzabgabe möglich

Wien, 20. Juli 2001 (AIZ). - Die Agrarmarkt Austria rechnet nach Vorliegen der bisherigen Ergebnisse auch im neuen Milchquotenjahr 2001/02 mit einer deutlichen Überlieferung der österreichischen Anlieferungs-Referenzmenge. Wie aus dem jüngsten "Milchbarometer" hervorgeht, wurden im April 2001 um 2 % mehr Milch an die Molkereien geliefert als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im Mai lag das Plus bei 2,5 %, im Juni bei 1,5 %. Dies, obwohl bekanntlich auch im letzten Quotenjahr eine starke Überlieferung verzeichnet wurde und zu einer Zusatzabgabe von insgesamt ATS 496,4 Mio. geführt hat. Sollte die derzeitige Anlieferungstendenz anhalten, so würde sich laut AMA die "Superabgabe" in diesem Quotenjahr auf ATS 870 Mio. belaufen. Den Milchbauern wird empfohlen, ihre Molkereianlieferungen der Referenzmenge anzupassen. ****

Für das Milchquotenjahr 2001/02 (1. April bis 31. März) steht in Österreich eine Anlieferungs-Garantiemenge von 2,583.252 t zur Verfügung. Ein Teil der im Vorjahr durchgeführten Umwandlungen von D-Quoten (Direktvermarktungsquoten) in Anlieferungs-Referenzmengen war nur befristet, diese Mengen stehen erst nach neuerlicher Antragstellung und Genehmigung wieder zur Verfügung. Die Anträge können bis 31. Dezember 2001 gestellt werden. Die AMA wird die Anträge ab Ende September 2001 laufend erledigen.

Die Milchmarktexperten der AMA schätzten die Höhe dieser Umwandlungen auf 42.748 t und erwarten somit eine verfügbare Anlieferungs-Referenzmenge von 2,627.000 t. Diese Menge ist voraussichtlich nur um 0,4 % höher als die Anlieferungs-Referenzmenge des vergangenen Quotenjahres.

Höherer Fettgehalt

In den ersten drei Monaten des laufenden Quotenjahres wurden 719.188 t Milch an die Molkereien geliefert. Der durchschnittliche Fettgehalt lag in diesem Zeitraum um 0,05 % über dem Vorjahreswert. Bei gleichbleibender Tendenz würde sich im gesamten Quotenjahr ein durchschnittlicher Fettgehalt von 4,2 % ergeben. Daraus resultiert laut Berechnung der AMA-Experten ein neuer Korrekturfaktor von 1,0306. Die mit der A-Quote vergleichbare fettkorrigierte Anlieferung in den ersten drei Monaten beträgt somit 741.195 t und lag um 44.620 t über der Quotenlinie.

Überlieferung von 178.000 t möglich

Auf Grund des bisherigen Anlieferungsverlaufes prognostiziert die AMA für das gesamte Milchquotenjahr 2001/2002 einen Wert von 2,721.394 t angelieferter Milch (+2 % gegenüber Vorjahr). Unter Anwendung des geänderten Korrekturfaktors würde sich daraus eine fettkorrigierte Anlieferung von 2,804.669 t ergeben. Dies hätte unter Berücksichtigung der verfügbaren Referenzmenge von 2,627.000 t eine Überlieferung von rund 178.000 t zur Folge. Multipliziert mit ATS 4,90/kg Milch ergäbe sich daraus eine "Superabgabe" wegen Quotenüberlieferung von ATS 870 Mio.

Die AMA-Experten sehen diese Prognose als Information an die Landwirte über die möglichen Risken einer Beibehaltung der bisherigen Anlieferungstendenz. Eine Trendumkehr könnte die Zusatzabgabe deutlich senken. Umgekehrt würde jedes Prozent mehr in der fettkorrigierten Jahresanlieferung die Abgabe um weitere ATS 137 Mio. erhöhen. Eine Fettgehaltssteigerung von 0,01 % würde die Zusatzabgabe um ATS 24 Mio. anheben.
(Schluss) kam

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