Glawischnig: Keine Atomkraft ins Klimaschutzabkommen

Grüne apellieren an Verantwortung der Minister in Bonn

OTS (Wien) "Die Grünen und die Weltbevölkerung erwarten sich von den Ministern in Bonn die Verabschiedung eines Abkommens, das den Weg zu wirklichen Emissionsreduktionen freimacht,” so Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen, heute anläßlich des Starts Ministersegments der UN-Klimakonferenz. "Auch wenn in gewissen Punkten Abstriche gemacht werden müssen, so ist es besser, einen ersten Schritt zu machen als das Kyoto-Protokoll vollends zu gefährden,” zeigt sich Glawischnig optimistisch, was die Chance eines positiven Abschlusses bis Sonntag abend betrifft. Die ökologische Glaubwürdigkeit des Kyoto-Protokolls muss allerdings bewahrt werden. Dazu gehört neben Deckelungen bei den Senken auch der Ausschluss von Atomenergieprojekten. "Es ist empörend, dass gewisse Länder in Bonn erneut versuchen, durch die Hintertür Atomprojekte im Rahmen von CDM und JI zu verankern,” so Glawischnig zum Vorstoß Rußlands, ”in diesem Punkt darf es keine Kompromisse geben, sonst könnte man Investitionen in Temelin als Klimaschutzmassnahme anrechnen lassen.”

Der für die Umweltintegrität heikelste Bereich der Verhandlungen sind die Senken. Nach dem derzeitigen Verhandlungsstand scheint es nicht mehr möglich zu sein, diese Verwässerungsmöglichkeit auszuschließen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Möglichkeit von Wäldern und Böden zur Bindung von Co2 sind allerdings sehr mager und widersprüchlich. "Bei den Senken lauert auch die grösste Gefahr der Abschwächung des Kyoto-Protokolls, indem zum Beispiel die Ersetzung von Regenwäldern durch Plantagen und normale Waldmanagementaktivitäten wie die Vermeidung von Waldbränden als Klimaschutzmassnahmen angerechnet werden können,” so Glawischnig abschliessend.

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