Euro: Stadt Wien informiert in ihren eigenen Medien

Wien, (OTS) Ab 1. Jänner 2002 können Euro-Neugierige die ersten Euro-Scheine aus dem Bankomaten ziehen; zwei Wochen davor, ab 17. Dezember, gibt es bereits die ersten Euro-Münzen als Startpakete um 200 ATS bei den Banken (ausgegeben darf man die Euro- und Cent-Münzen allerdings erst 2002). Die Bargeld-Einführung der neuen Währung - als Buchgeld ist sie ja bereits seit 1999 vorhanden - rückt damit immer näher. Kreditinstitute können den Euro an "professionelle Bargeldverwender" (damit ist nicht der Durchschnittsbürger gemeint...) schon in wenigen Wochen ausgeben.

Die Europäische Zentralbank EZB hat bereits 80 Millionen EUR für eine groß angelegte Informationskampagne im Herbst in allen EURO-Staaten veranschlagt. Diese Informationsoffensive wird gemeinsam mit den nationalen Notenbanken und Regierungen durchgeführt.

Die Stadt Wien wird daher keine eigene Kampagne zum Thema Euro gestalten, wird aber selbstverständlich ihre BürgerInnen über die Auswirkungen des Euro im kommunalen Bereich, über bereits durchgeführte Maßnahmen, über Änderungen bei Gebühren, Steuern usw. informieren.

Informationen in den wien.at-Produkten

Dazu nützt der Presse- und Informationsdienst seine eigenen Medien, die unter dem von der Internet-Adresse www.wien.at/ abgeleiteten Titel wien.at zusammengefasst sind (wien.at/Internet, wien.at print, wien.at rathaus-korrespondenz, wien.at aktuell), um auf die bevorstehende neue Währung und für die BürgerInnen gesetzte Maßnahmen aufmerksam zu machen. Die entsprechenden Informationsaktivitäten werden bis etwa Februar/März 2002 laufen.

So beschäftigt sich die aktuelle Juli-Ausgabe von wien.at print (früher Unser Wien), die derzeit an alle Wiener Haushalte verteilt wird, mit dem Thema "Was mit dem Euro billiger wird": Wie Vizebürgermeister und Finanzstadtrat Dr. Sepp Rieder in einem Mediengespräch konstatierte, wird es durch die Euro-Umstellung bei der Stadt Wien kein "Körberlgeld", keine Erhöhung von Steuern, Gebühren, Abgaben geben. Es wird generell abgerundet, manche Leistungen - wie der 30-Minuten-Parkschein -werden sogar billiger. Mehr darüber: siehe rk "Wien - kein Körberlgeld durch Euro-Umstellung" vom 5. Juli 2001.

Bei den städtischen Strafen wird überhaupt die Umrechnungsformel 100 ATS = 7 EUR verwendet, womit die Strafen ebenfalls etwas günstiger kommen (was keine Aufforderung zu Übertretungen darstellen soll).****

wien.at Internet wird ab September über einen eigenen Einstieg auf der Homepage www.wien.at/ kommunale Euro-Informationen bieten. Zusätzlich sind links zu bereits vorhandenen Infos und Homepages (EZB, OENB, RK,...) geplant: Da es in vielen Bereichen, von der Homepage der Europäischen Kommission über jene der Europäischen Zentralbank bis zu österreichischen Einrichtungen bereits umfassende Euro-Informationen mit Frage&Antwort-Listen gibt, soll man vom Internet-Angebot der Stadt weg auch problemlos zu diesen Infos gelangen.

Erstmals gibt es auch versuchsweise eine enge Zusammenarbeit zwischen Internet und Intranet - das firmeneigene Informationsnetz der Stadt Wien - mit teilweise gemeinsamen Auftritten und Inhalten. Die Euro-Informationen im Intranet werden von der Magistratsdirektion- MD - BC - Betriebswirtschaft und Controlling (CCC) - Konzerncontrolling, bei der die Euro-Projektleitung verankert ist, und der MA 55-Bürgerdienst gestaltet und wo möglich auch ins Internet übernommen.

wien.at rk, die Rathauskorrespondenz, berichtet seit 1999 immer wieder über das Thema Euro (von Mediengesprächen wie jenes von Vizebürgermeister Rieder/Minister Grasser, zu finden unter www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=020010705009 , über das Thema "Euro: wie klein wird eine Million Schilling ..." bis zu "Wiener Abgabenordnung in Euro") und wird natürlich auch weiter berichten. Eine RK Spezial über "Österreichs neue Währung" mit Grundsatzinformationen steht im Internet, www.wien.at/ma53/rkspez/1999/07/ und wird ständig aktualisiert.

Auch die MitarbeiterInnenzeitung wien.at aktuell beschäftigt sich mit dem Thema Euro.

Wien wird übrigens keine eigenen Euro-Broschüren gestalten, da umfassende Info-Folder und Broschüren bereits von der Österreichischen Nationalbank gestaltet wurden und weitere Broschüren erscheinen werden. Die Verwendung der offiziellen, informativ gestalteten Euro-Broschüre der OENB wurde magistratsweit bereits initiiert.

Weitere Aktivitäten

Euro-Aktivitäten werden auch beispielsweise die Stadtwerke Holding GesmbH, Wiener Wohnen usw. im eigenen Bereich durchführen.

Als Unterstützung der magistratsinternen Information arbeitet der PID mit der von der OENB beauftragten pr-Agentur The Skills Group zusammen - gemeinsam werden die Abteilungen über aktuelle Euro-Broschüren/Plakate informiert und entsprechende Bestellmöglichkeiten angeboten.

Verwaltungsakademie startet Projekt e-learning

Die MDVA - Verwaltungsakademie wird außerdem im Herbst erstmals ein e-learning-Projekt (Lernen mittels Intranet) für die städtischen MitarbeiterInnen durchführen. Diese Premiere widmet sich ebenfalls der neuen Währung und dient - ebenso wie der kommende Intranet-Auftritt zum Euro - der Information der städtischen BeamtInnen und Vertragsbediensteten.

Hotline

Bundesregierung, Wirtschaftskammer und ORF, Arbeiterkammer usw. bieten bereits Hotlines zum Euro an. Eine der wichtigsten telefonischen Informationsquellen ist zweifellos das von der Wirtschaftskammer in Kooperation mit dem ORF angebotene Euro-Callcenter unter der kostenlosen Nummer 0800-221 222.

Daher wird Wien nicht neuerlich das Rad erfinden und wird keine weitere umfassende Euro-Hotline installieren. Für Anfragen der BürgerInnen muss aber selbstverständlich dennoch eine telefonische Auskunftsstelle installiert werden, die Telefonnummer wird noch veröffentlicht. Diese Stadthotline soll als Auskunftsstelle für all diese Anfragen eingerichtet werden: Wieso zahle ich jetzt xx EUR Strafe, wie haben Sie das umgerechnet .... ich habe meine Hundesteuer selbst berechnet und komme auf xx EUR... usw.

Stadt-Wien-interne Maßnahmen

Der EUR ist natürlich auch eine enorme Umstellungsaufgabe, und das seit Jahren, für die Stadt und ihre Dienststellen. Der gesamte Zahlungsverkehr wurde bzw. wird umgestellt. Rund 300 Gesetze und Verordnungen wurden/werden EUR-gerecht adaptiert, Steuern, Gebühren, Abgaben, Eintrittspreise müssen in Euro ausgewiesen werden.

Für die Koordination des Großprojektes Euro-Umstellung gibt es seit 1997 eine Projektorganisation unter dem Vorsitz von Dr. Kurt Nussgruber, dem Organisationschef der Magistratsdirektion. Fünf Arbeitsgruppen, die die Umstellung vorbereiteten, wurden gebildet:
Legistik, Verwaltung, Finanzen, EDV sowie Ausbildung und Information. Außerdem wurden in jeder Abteilung Euro-Beauftragte installiert.

Der Voranschlag 2002 wurde bereits in Euro erstellt.

Im Bereich der Stadtverwaltung sind kontinuierlich zwölf Millionen Buchungen fällig, fünf Millionen Rechnungen werden pro Jahr ausgestellt, rund 180 zentrale Drucksorten und Tausende EDV-Schriftstücke, Merkblätter, etc. werden in Euro benötigt.

Bei den rund 1300 Kassen der Stadt wird das Retourgeld ab Jänner grundsätzlich in EUR herausgegeben, auch wenn in ATS bezahlt wird. Von Oktober bis Februar gilt auch für Stadt die Verpflichtung zur doppelten Preisauszeichnung.

Die Stadt Wien hat sichergestellt, dass die Euro-Einführung nicht zu versteckten Erhöhungen von Abgaben, Tarifen etc genutzt wird (Auftrag zur Abrundung) - Strafen im städtischen Bereich werden wegen der abgeänderten Umrechnung 100 ATS = 7 EUR billiger.

Es gibt jedoch Tarife/Gebühren (vom Sperrsechserl bis zu den Rauchfangkehrertarifen), die regelmäßig mit 1. Jänner oder indexangepasst erhöht werden, das ist aber jedes Jahr fällig und nicht Euro-bedingt.

Preisbeispiele

o Wiener Linien - Einzelfahrschein: 1,30 EUR

(bisher 19 Schilling oder 1,38 EUR)
o Wiener Linien - Jahreskarte (für Abbucher): 385,10 EUR

(bisher 5.300 Schilling oder 385,17 EUR)
o Wiener Linien - Jahreskarte für Senioren: 192,50 EUR

(bisher 2.650 Schilling oder 192,58 EUR)
o Strafmandate: 300-Schilling-Strafe: 21 EUR

(bisher 300 Schilling oder 21,80 EUR)
o Strafmandate: 600-Schilling-Strafe: 42 EUR

(bisher 600 Schilling oder 43,60 EUR)
o 1 Kubikmeter Wasser : 1,30 EUR

(bisher 18 Schilling oder 1,31 EUR)
o Kosten für 1 Kubikmeter Abwasser: 1,32 EUR

(bisher 18,20 Schilling 1,323 EUR)
o Hundesteuer:1 Hund pro Haushalt/Jahr: 43,60 EUR

(bisher 600 Schilling oder 43, 604 EUR)
o jeder weitere Hund pro Haushalt/Jahr: 65,40 EUR

(bisher 900 Schilling oder 65,41 EUR)

Krippen- und Kindergartenplätze: Hier werden je nach Haushaltsnettoeinkommen und Kinderanzahl die Preise sozial gestaffelt. Alle Kindergartenplatzpreise wurden inklusive Essen gerechnet. Achtung: Die Kosten pro Krippen- bzw. Kindergartenplatz werden seit 1998 (GR-Beschluss) jährlich mit 01.09. dem Verbraucherpreisindex angepasst. Das ist keine Euro-bedingte Anpassung!

o Beispiele:

1 Krippen- oder 1 Kindergartenplatz kostet:
Haushaltsnettoeinkommen ATS 20.000 / 1 Kind: Krippenplatz 179,
5 EUR (bisher 2470 Schilling oder 179, 502 EUR) Haushaltsnettoeinkommen ATS 20.000 / 1 Kind: Kindergartenplatz:
172,23 EUR (bisher 2370 Schilling oder 172, 235 EUR) Haushaltsnettoeinkommen ATS 30.000 / 1 Kind: Krippenplatz
248,54 EUR (bisher 3420 Schilling oder 248, 541 EUR) Haushaltsnettoeinkommen ATS 30.000 / 1 Kind: Kindergartenplatz 240,55 EUR (bisher 3310 Schilling oder 240,55 EURO)

Weiter führende Internet-Adressen zum Thema Euro:

o Information der Europäischen Kommission:

http://europa.eu.int/euro/html/entry.html
mit Fragen-Datenbank Quest:
http://europa.eu.int/euro/quest/normal/frame.htm?language_nb=3
o Euro-Informationen der Europäischen Zentralbank:

www.euro.ecb.int/
o Homepage der Österreichischen Nationalbank:

www.oenb.at/
o Euro-Informationen der Wirtschaftskammer:

www.wko.at/euro/
o Euro-Initiative der Bundesregierung und der Europäischen Union:

www.euro.gv.at/
(Schluss) hrs

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Helga Ruzicka-Stanzel
Tel.: 4000/81 856
e-mail: ruz@m53.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

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