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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Von Tatsachen und Absurditäten

Utl.: Ausgabe vom 20. Juli 2001=

Der einstimmige Aufruf des Gewerkschaftsbundes,
seine Mitglieder in eine Urabstimmung zu schicken, mag zwar in der Utl.: Ausgabe vom 20. Juli 2001=

Klagenfurt (OTS) - Der einstimmige Aufruf des Gewerkschaftsbundes, seine Mitglieder in eine Urabstimmung zu schicken, mag zwar in der Geschichte des ÖGB eine Einmaligkeit sein. Sogar jenseits der Grenzen sollte der Beschluss als Premiere gelten. Was er aber sicher nicht ist, muss ebenso deutlich festgehalten sein: Das Ja zur Urabstimmung ist keine "Destabilisierungskampagne gegen die Regierung". Ergo auch kein "Sturzversuch" derselben.
Just diese Interpretation wird von blauer Seite als Vorwurf gegen das ÖGB-Procedere laut. Eine Interpretation, die prompt und unverblümt eines suggerieren will: Die Gewerkschaftsbewegung, degradiert zum parteipolitischen Erfüllungsgehilfen der SPÖ. FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler formulierte denn auch blindwütig: "Der ÖGB entwickelt sich weg von gewerkschaftlichen Aufgaben, hin zur lediglich formal ausgelagerten sozialistischen Großfiliale." Ein Satz, der trifft. Nicht das Ziel. Vielmehr: den Nagel auf den Kopf. Denn es ist ein Satz, der das Ja zur Urabstimmung als absolut richtig, weil zwingend, untermauert: Zierler & Co. führen das vor Augen, wogegen die Gewerkschaft kämpft. Gegen eine Diffamierung der Sozialpartnerschaft. Mehr noch: gegen eine Ausschaltung der Bewegung.
Nach Monaten des stillschweigenden Mitziehens am blauen Tun hat die ÖVP endlich die eigene Stimme wiedergefunden. Eine Stimme, die den Beschluss des ÖGB als das definiert, was er ist: Ein basisdemokratisches Instrument zur Erreichung sozialpartnerschaftlicher Ziele.

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