Martin antwortet Raschhofer Teil 2: "10 konkrete Fragen an Frau Raschhofer"

Wien (SK) Auf die neuerlichen OTS-Meldungen der FPÖ-Delegationsleiterin Daniela Raschhofer vom 19. Juli 2001, diesmal um 11 Uhr 14 und 13 Uhr 48, reagiert der parteifreie Abgeordnete in der Fraktion der Europäischen Sozialdemokraten und Publizist Hans-Peter Martin mit folgendem offenen Fragebrief:

"Sehr geehrte Frau Raschhofer,

Sie haben heute über den Pressedienst der Freiheitlichen drei (!) OTS-Meldungen abgesetzt, die voller Falschaussagen und beleidigender Untergriffe sind.

Auf diesen Stil werde ich mich nicht einlassen, bitte Sie aber um die unverzügliche Beantwortung einer Reihe konkreter Fragen, die durch Ihre OTS-Meldungen aufgeworfen werden:

1. Sie behaupten, ich hätte einen eigenen Verein, nämlich die ETI, gegründet und jetzt müsse sich dieser Verein 'wohl gefallen lassen, als Fälscherwerkstätte dargestellt zu werden'. Bitte, von welchem Verein sprechen Sie? Persönlich habe ich seit der Mitgründung des 'Vereins für Patientenrechte' im Jahr 1980 nicht mehr aktiv in einem Verein gearbeitet und bin seit 1983 nur Gewerkschaftsmitglied. Die ETI ist kein Verein, sondern eine europaweite Personen-Initiative, die sich schon des Öfteren der internationalen Öffentlichkeit präsentiert hat.

2. Wie kann ein Verein, den es gar nicht gibt, eine Fälscherwerkstätte sein?

3. Sie behaupten, 'bereits vor einem Jahr wurde ein österreichisches Nachrichtenmagazin zu einem Widerruf verurteilt, weil es ungeprüft unrichtige Zählereien veröffentlicht hatte' und Sie verlangen im nächsten Satz 'eine Entschuldigung' von mir. Irgendein österreichisches Nachrichtenmagazin wurde sicherlich zu irgendeinem Widerruf verurteilt, doch welches wann, und warum muss ich mich dafür entschuldigen? Die ETI jedenfalls veröffentlichte ihre erste Statistik erst im Dezember 2000, und schon damals lag die von Ihnen geleitete FPÖ-Delegation abgeschlagen weit hinten.

4. Sie erwarten eine umgehende Erklärung, dass 'der Verein nicht gar aus europäischen Steuermitteln finanziert wird'. Liebe Frau Kollegin, unser gemeinsamer Bekannter Dr. Jörg Haider preist Sie als 'eine anständige Lehrerin'. Da lebenslanges Lernen für uns alle sehr wichtig ist, ersuche ich Sie hiermit höflichst, mitzuteilen, wie ein Verein, den es gar nicht gibt, gar aus europäischen Steuermitteln finanziert werden kann? Faktum ist, dass die bislang von der ETI veröffentlichten Daten lediglich aus offiziellen, öffentlichen Statistiken zusammengestellt wurden. Die Erstellung der bisher veröffentlichten Statistiken benötigte weniger Zeit als die Antwort auf Ihre mittlerweile drei Aussendungen von heute.

5. Sie behaupten, ich sei 'der selbsternannte Oberaufseher des Europäischen Parlaments'. Auch da ist mir leider etwas entgangen. Wann habe ich mich ohne mein Wissen selbst zum Oberaufseher ernannt, und was macht so ein Oberaufseher, wenn er nicht gerade mit einer ohnehin selten anwesenden FPÖ-Abgeordneten beschäftigt ist?

6. In Ihrer dritten OTS-Meldung von heute degradieren Sie mich zum 'Saalwächter', dem 'es noch immer nicht aufgefallen ist, dass es mehrere Stellen gibt, an denen die Anwesenheit dokumentiert wird'. Woher wissen Sie, dass ich dies nicht weiß? Es gibt allerdings nur eine Stelle, bei der man im Plenum selbst anwesend sein kann: Es ist dies der Plenarsaal.

7. Sie behaupten, dass ich zugeben würde 'mit Zahlen offiziell jongliert' zu haben. Wie kommen Sie darauf? Fehler sind selbstverständlich immer richtig zu stellen, und können jedem passieren. Doch bislang widerlegt der offizielle Protokoll-Service des Europäischen Parlaments SIE, nicht die ETI.

8. Wenn Sie schon vom Jonglieren mit Zahlen schreiben: Warum behaupten Sie, dass 'heute die Verwaltung des Europäischen Parlaments offiziell bestätigte', dass die ETI 'völlig falsche Zahlen' verwendet hätte? Welche Verwaltung, wie kommen Sie auf den heutigen Tag, und wo ist der Beleg für Ihre Aussage?

9. Sie raten mir, 'einen günstigen Sommerkurs in den einfachsten Grundrechnungsarten, Addieren und Subtrahieren, zu belegen'. Bislang haben Sie der ETI und mir, und dies unbewiesener Maßen, nur vorgeworfen, beim Addieren einen Fehler gemacht zu haben. Was war denn Ihrer Meinung nach beim Subtrahieren falsch? Sind die FPÖ-Abgeordneten insgesamt vielleicht sogar noch seltener anwesend als laut offizieller Parlaments- und ETI-Statistik?

10. Haben Sie nach Ihren lediglich plumpen Ausfällen gegen mich die Ironie in diesem Brief bemerkt? Wie wahr, es ist Sommer, und der hat ein Loch - jedenfalls spekulieren darauf Ihre OTS-Meldungen.

Sie sehen, es bleiben viele Fragen. Es wäre sehr schön, wenn Sie darauf konkrete, in der Sache nachvollziehbare Antworten geben könnten." (Schluss) ml/cb

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