Grünewald: Jubelmeldungen über Forschungsförderung unangebracht

Forschungsausgaben auf Stand von 1999

Wien (OTS) "Die Jubelmeldungen von Gehrer und Forstinger über die Entwicklung der Forschung in Österreich halten einer seriösen Nachprüfung nicht stand. Die Regierungspläne betreffend einer Erhöhung von Ausgaben für Forschung und Technolgie auf 2.5 % des BIP wurden bereits vor Wochen anlässlich des Reformsdialoges der Bundesregierung vor den Augen des Kanzlers, der Vizekanzlerin, der BM Geher Bartenstein und Forstinger von Experten des Wifo, des IHS, und durch die nüchternen Zahlen der Statistik Austria entzaubert. Tatsache ist, daß die Forschungsausgaben gegenüber dem Vorjahr lediglich um 0.04% angehoben wurden, womit für 2001 derselbe Stand wie im Jahr 1999 erreicht wird. Das wird nun als große Forschungsoffensive verkauft", so der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald.

Allein die Mehrkosten des neuen Dienstrechtes, die fehlenden gesetzlichen Regelungen bezüglich der Liegenschaften und die beabsichtigte Ausgliederung der Universitäten wird jährlich Mehrkosten von vielen Milliarden Schillingen verursachen, ohne für Forschung und Lehre auch nur irgend etwas zu bringen.
Man sollte daher am Boden der Wirklichkeit bleiben und das Abheben den Raumfahrtfähren überlassen, so Grünewald.

Laut Wifo und IHS müßten bis zum Jahr 2005 zusätzliche 70-88 Milliarden Schilling in die Forschung fließen, um die angestrebte Zielvorgabe von 2,5% am BIP tatsächlich zu erreichen. "Woher diese Mittel kommen sollen, blieb und bleibt wie gewohnt unbeantwortet. Mittlerweile hat auch schon der Rat für Forschung und Technologieentwicklung zusätzliche 36 Milliarden Schilling gefordert, um die Erreichung des Ziels sicherzustellen", erinnert Grünewald.

Gehrer und Forstinger berufen sich wieder auf die sog. Hebelwirkung der öffentlichen Forschungsförderung. Tatsache ist jedoch - das hat Gernot Hutschenreiter (Wifo) in Anlehnung an Schätzungen aus anderen OECD-Ländern in einer ökonometrischen Modellrechnung festgestellt -, daß der Hebeleffekt lediglich einem Multiplikator von 1,6 entspricht. D.h. jeder investierte Schilling ergibt 59 Groschen Forschungsförderung der Wirtschaft. Der Forschungsbericht liefert daher eher ein ernüchterndes Ergebnis: Nach Angaben der Verfasser bedarf es noch großer Anstrengungen, um die Zielvorgaben zu erreichen.

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