ÖAMTC: Rückäufiger Trend bei Verwendung von Sicherheitsgurten

Ernüchternde Bilanz nach 25 Jahren Gurtenpflicht in Österreich

Wien (ÖAMTC-Presse) - Vor genau 25 Jahren wurde in Österreich die Verwendung von Sicherheitsgurten und vor 17 Jahren entsprechende Strafen bei Verstoß gegen die Gurtenpflicht eingeführt. Grund genug für den ÖAMTC Bilanz zu ziehen: Lagen nach Einführung der Strafandrohung im Juli 1984 die Anlegequoten noch bei rund 85 Prozent, so sank dieser Wert in den letzten Jahren kontinuierlich auf nur mehr knapp 70 Prozent Gurtverwendung. Nur 40 Prozent aller Passagiere im Fonds verwenden den Sicherheitsgurt. Jedes dritte Kind ist auf dem Rücksitz völlig ungesichert unterwegs.

"Die abnehmende Gurtendisziplin ist ein überaus problematischer Trend, den bei lückenloser Verwendung von Sicherheitsgurten könnten jährlich rund 100 Menschenleben gerettet und tausende schwere Verletzungen vermieden werden" stellt Karl Obermair, Chef der ÖAMTC Interessenvertretung fest. "Nach 25 Jahren Bewusstseinsbildung gibt es praktisch niemanden mehr, den man von der lebensrettenden Funktion der Sicherheitsgurte und Kindersitze erst informieren müsste. Wer aus Bequemlichkeit oder Sorglosigkeit auf den Lebensretter Gurt verzichtet, gefährdet nicht nur sich und seine Beifahrer, er handelt auch verantwortungslos gegenüber der Allgemeinheit, die für die enormen volkswirtschaftliche Schäden durch Unfallfolgekosten aufkommen muss", so Obermair.

Die positive Wirkung des Sicherheitsgurtes vor allem im Zusammenspiel mit immer ausgereifteren Airbag-Systemen ist durch zahllose Studien wissenschaftlich untermauert und von allen technischen Maßnahmen zur Verbesserung der passiven Sicherheit hat der Sicherheitsgurt das mit Abstand besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis. Obermair: "Bei allem Verständnis für langfristig angelegte Verkehrssicherheitsprogramme - es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, warum man nicht sofort ein Maßnahmenpaket schnürt, um die Gurtanlegequoten gezielt zu steigern und auch über einen längeren Zeitraum die lückenlose Verwendung der Sicherheitsgurte und Kindersitze zum Schwerpunktthema Nr. 1 der Verkehrssicherheitsarbeit macht".

Die wichtigsten Forderungen des ÖAMTC dazu lauten:

Verstärkung der bewusstseinsbildenden Maßnahmen vor allem bei der Zielgruppe der Führerschein-Neulinge und Fahranfänger. Das Anschnallen muss zur nicht mehr hinterfragten Selbstverständlichkeit und Routine werden.
Klare gesetzliche Grundlagen und Beseitigung aller verwaltungstechnischen Hindernisse, die einer konsequenten Überwachung der Gurtanlegepflicht durch die Exekutive derzeit noch im Wege stehen.
Konsequente und vor allem intensivere Kontrolle der Verwendung von Sicherheitsgurten und Kindersitzen durch Polizei und Gendarmerie. Nach einer ersten zeitlich begrenzten Phase, bei der die Exekutive nur aufklärt und abmahnt, muss in einer zweiten Phase, diesem Verkehrssicherheitsanliegen auch mit Strafen Nachdruck verliehen werden. Die in Zukunft gesetzlich vorgesehene Anhebung der Mindeststrafen von S 100,-- auf S 300,-- ist nach 17 Jahren vielleicht bei unbelehrbaren Gurtmuffeln wenig populär, aber sachlich längst gerechtfertigt.

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