Riga: Gedenkstätte für 4.000 Wiener Juden

Stadt Wien an der Finanzierung beteiligt

Wien, (OTS) Am 30. November 2001 wird in der lettischen Hauptstadt Riga eine Gedenkstätte für zehntausende Opfer des nationalsozialistischen Terrors, darunter etwa 4.000 Wiener Juden, feierlich eingeweiht.

Riga wurde nach der Besetzung durch die Deutsche Wehrmacht im Sommer 1941 zu einem der Zentren der Massenvernichtung. Die Zahl der Opfer aus der Sowjetunion und aus Polen, die hier ermordet wurden, ist nicht mehr feststellbar, es waren jedenfalls Zehntausende. Belegbar durch die Transportlisten der Gestapo ist jedoch, dass aus dem damaligen Deutschen Reich rund 28.000 Juden - Männer, Frauen und Kinder - nach Riga gebracht wurden. Die meisten wurde im Bikernieki-Wald am Rand von Riga erschossen und in 56 Massengräbern verscharrt. Einige wurden ausgewählt und kamen in ein Arbeitslager, wo die meisten wegen der unmenschlichen Bedingungen starben. Unter diesen 28.000 Menschen aus dem damaligen Reichsgebiet waren auch 4.000 Wiener Juden, von denen nur 123 überlebt haben.

Zwei Wiener, deren Eltern in Riga ermordet wurden, Ing. Erich Herzl und Kurt Fräser, gründeten eine "Initiative Riga" für die Errichtung einer würdigen Gedenkstätte im Bikernieki-Wald. Sie fanden Unterstützung beim Österreichischen Schwarzen Kreuz und bei dessen Schwesternorganisation, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Es konnte erreicht werden, dass die Bürgermeister der 16 deutschen Städte, aus denen Transporte nach Riga geführt wurden, darunter Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig, nach Wiener Vorbild eine "Initiative Riga" gründeten. Im Zusammenwirken aller dieser Kräfte konnte die Finanzierung der Gedenkstätte gesichert werden. Die Stadt Wien und der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus haben dazu beigetragen.

Ein Team Rigaer Architekten mit Sergej Efimowitsch Rysch an der Spitze, hat unentgeltlich das Konzept für das Gräberfeld und das beeindruckende Mahnmal gestaltet und seine Realisierung geleitet. Das lettische "Brüderfriedhöfekomitee" hat das Projekt auf Ersuchen der Wiener Initiative Riga wirksam unterstützt. (Schluss) sti/rr

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