Volkshilfe begrüßt die Forderungen zur weiteren Öffnung der Gemeindebauten

Wiener Integrationsfonds fordert eine 50 Prozent-Quote bei der Vergabe von Gemeindebauwohnungen an Zuwanderer

Wien (SK) Der Bedarf an leistbarem Wohnraum wird für die sozial Schwächsten immer größer. Die Statistiken der Wohndrehscheibe und des Wiener Integrationsfonds zeigen, dass die MitarbeiterInnen im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres fast doppelt so viele Anfragen bekommen haben wie ein Jahr zuvor. Die Wohndrehscheibe der Volkshilfe unterstützt WienerInnen mit geringem Einkommen und besonderen Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und ist daher mit den großen Problemen der Menschen hautnah konfrontiert. "Die derzeitige Situation der MigrantInnen ist oft diskriminierend und enorm schwierig", sagt der Präsident der Volkshilfe Österreich, Josef Weidenholzer. Laut Wiener Integrationsfonds leben 44 Prozent der AusländerInnen in Wien in Kategorie C, D und E Wohnungen. Darüber hinaus zahlen sie für ihre wesentlich schlechter ausgestatteten Wohnungen erheblich mehr Miete als InländerInnen. ****

Nun fordert Hannes Seitner, Geschäftsführer des Wiener Integrationsfonds, eine 50 Prozent-Quote bei der Vergabe von Gemeindebauwohnungen an ZuwanderInnen. Eine Öffnung würde zu einer stärkeren sozialen Durchmischung innerhalb Wiens führen. Das Ziel ist, eine Gleichstellung von MigrantInnen auf allen Ebenen zu erreichen.

Die Volkshilfe Österreich begrüßt alle Forderungen, die zu einer Verbesserung der Situation sozial schwacher Menschen in Wien führt und regt zusätzlich an, den konstruktiven und offenen Dialog mit allen wesentlichen gesellschaftlichen Gruppierungen unter Einbeziehung von ExpertInnen betreffend weiterer Öffnung des Gemeindewohnungssektors für nicht österreichische StaatsbürgerInnen fortzusetzen. Darüber hinaus sollen ÖsterreicherInnen und MigrantInnen durch Förderung von Begleitprojekten bei der gemeinsamen Integration unterstützt werden. MigrantInnen sollten in allen praktischen Fragen, wenn erforderlich auch muttersprachlich, unterstützt werden.

Um eine rasche Vergabe zu erreichen, könnte die Erlassung des Zusicherungsbescheides im Staatsbürgerschaftsverfahren als Voraussetzung der Vormerkung zu einer Gemeindewohnung ausreichen. Dies könnte auch ein erster weiterer Schritt bei der Gleichstellung von MigrantInnen sein.

Im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten gebe es in Wien nicht zuletzt wegen der Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungspolitik der letzten Jahre keine sozialen Ghettos. Aufgrund des noch immer erschwerten Zugangs zu manchen Sektoren des Wohnungsmarktes verlagert sich die ausländische Wohnbevölkerung in Wien zum Teil auf jene Bezirke, die einen hohen sanierungsbedürftigen Althausbau aufweisen. Hier könnten zusätzliche Maßnahmen abhelfen.

Ein entsprechendes Besiedlungsmanagement und geschultes Personal mit Sprachkompetenz sollen bei der Umsetzung helfen. Außerdem wünscht sich Seitner für das Wohnbauressort einen Integrationskoordinator. Die Volkshilfe Österreich unterstützt diese Bemühungen. (Schluss) ml/mp

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Pressedienst der SPÖ

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