SJÖ-Kollross: Jede und jeder Drogentote ist zuviel!

Die vorherrschende Politik wird die Anzahl der Todesopfer aber nicht reduzieren

Wien (SK) Der Verbandsvorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), Andreas Kollross, nimmt im Rahmen der derzeit laufenden Drogenkampagne der SJÖ zum Drogenbericht 2000 Stellung. "Der Drogenbericht 2000 zeigt, dass die Bundesregierung den DrogenkonsumentInnen den Krieg erklärt hat, um der Öffentlichkeit Erfolge präsentieren zu können. Die Jubelmeldungen des Innenministers zeugen von Zynismus oder Unwissenheit. Vor allem die Repressionen gegen CannabiskonsumentInnen sind nicht argumentierbar. Nicht Sachlichkeit bestimmt die Drogenpolitik, sondern ideologische Positionen und Inkompetenz", so Kollross am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Nicht die liberale Drogenpolitik sondern die Prohibition ist gescheitert. Der Erfolg unserer Kampagne 'Lieber bekifft ficken als besoffen fahren' zeigt, dass die Akzeptanz für eine andere Drogenpolitik steigt. Es ist wichtig, auf die eigentliche Problematik hinzuweisen.

Noch immer ist die Alkoholsucht das Problem Nummer eins in Österreich. Es sterben 8.000 Menschen pro Jahr an der Droge Alkohol, während durch den Konsum von Cannabis noch niemand in Österreich und weltweit verstorben ist. Das Verbot von Cannabis bei gleichzeitiger Legalität von Alkohol ist daher nicht aufrecht zu halten, und auch aus medizinischer Sicht ein völliger Irrweg.

Das Ansteigen der Drogentoten zeigt, dass die Politik der Bundesregierung völlig verfehlt ist. Während die Gelder für Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen gekürzt werden, wird die Repression durch die Polizei verstärkt. Die drogenpolitischen FundamentalistInnen verschärfen das Problem anstatt es zu lösen. Die Positionen der PolitikerInnen von FPÖ und ÖVP und die Ergebnisse des Drogenberichtes müssen in der Öffentlichkeit thematisiert werden.

Die Sozialistische Jugend setzt sich mit ihrer Kampagne 'Lieber bekifft ficken als besoffen fahren' für eine andere Drogenpolitik ein. Unsere Aufgabe ist es, die Bevölkerung für unsere Ideen zu gewinnen. Dass dies möglich ist, zeigt die positive Entwicklung in der vermeintlich konservativen Schweiz", so Kollross, der noch hinzufügte, dass es eine himmelschreiende Heuchelei sei, auf der einen Seite 200 Tote von illegalen Drogen massivst zu thematisieren, und auf der anderen Seite 8.000 Alkoholtote jährlich nicht einmal zu erwähnen. Jede und jeder Drogentote ist zuviel, jedoch die vorherrschende Politik wird die Anzahl der Todesopfer nicht reduzieren, so Kollross abschließend. (Schluss) ah/mp

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