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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Die Logik streckt die Waffen

Utl.: Ausgabe vom 18. Juli 2001=

Es ist "ein ungerechtfertigtes Privileg
kinderloser Frauen, früher als Männer in den Ruhestand treten zu dürfen", erklärt Arbeitsrechtler Wolfgang Mazal und fordert die prompte Anhebung des Pensionsantrittsalters für alle Nicht-Mamas. Denn: Ungerechtigkeit müsse beseitigt werden. Wenn nicht im Zeitalter des killing speed - wann dann? Schreit doch die gereifte Zeit für das Ausmerzen aller Ungleichheit. Womit so manches Menschenkind just da ansetzt, wo irgendjemand runterzuholen ist vom hohen Ast. Ohne die Frage zu stellen, weshalb er "da oben sitzt"...
Faktum ist - und dieses ist mindestens ebenso "ungerechtfertigt" wie Mazals angeführtes "Privileg" -, dass die Arbeitswelt Frauen minder behandelt. Obgleich es gebetsmühlenartig seit Jahrzehnten mahnend gepredigt wird, liefern sich die Geschlechter weiterhin einen peinlich ungleichen Kampf: Frauen verdienen erstens bei gleicher Qualifikation, zweitens bei gleicher Arbeit drittens ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen. Ganz abgesehen von viertens sind ihre Aufstiegschancen begrenzt und gar nicht zu reden von fünftens, dass die schöne Mär von Beruf und Familie tatsächlich nur Mär bleibt.
Als Mär dürfte wohl auch Minister Haupts jüngste Idee in die Flopliste der schwarz-blauen Regierung Eingang finden: Hat der Minister doch - entgegen allen Pensionsreformansätzen - euphorisch angekündigt, die Zuverdienstgrenze im Ruhestand freizugeben. Seine Begründung: Zur Eindämmung der Frühpensionswelle. Logisch? Oder gibt auch ihre Logik w.o.?

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