"Kleine Zeitung" Kommentar: "Gerecht gedacht?" (von Claudia Gigler)

Ausgabe vom 18.07.2001

Graz (OTS) - Es lebe die Gerechtigkeit. Vor allem dann offenbar, wenn sie Bares bringt.

Der Vorstoß des Sozialrechtlers Wolfgang Mazal für eine Angleichung des Pensionalters für Frauen steht nicht im luftleeren Raum. Kanzler Schüssel hatte im Mai mit dem Wunsch aufhorchen lassen, das Pensionsalter 65 möge Regelfall werden.

Die SPÖ hätte es sich kaum träumen lassen, ausgerechnet in der FPÖ einen Verbündeten in Sachen Frauenpolitik zu finden. Frauenminister Herbert Haupt stellte klar: Eine Änderung ist nicht geplant.

Das gesetzlich unterschiedliche Pensionsantrittsalter wurde 1991 bis 2018 festgeschrieben, weil man davon ausging, dass es mindestens so lange dauern werde, bis die Unterschiede in den Erwerbs- und Lebenschancen zwischen den Geschlechtern abgebaut sind.

Ob die Frauen Kinder haben oder nicht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle: Auch Frauen, die nie zu Hause blieben, verdienen am Ende ihrer Berufslaufbahn um 31 Prozent weniger als ihre Kollegen!

Betreuungspflichten gibt es nicht nur gegenüber Kindern, und selten übernimmt sie der Mann.

Die Gerechten mögen das Ziel verinnerlichen und nicht, von leeren Kassen getrieben, daran vorbeischießen. ****

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

Kleine Zeitung

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS