AKS zu Schulreform: Gehrer soll endlich die Karten auf den Tisch legen

"50.000 Wiederholungsprüfungen zeigen Versagen der Schulorganisation auf"

Wien (SK) Mit einem "Warten auf Godot" vergleicht die AKS den Reformstau im österreichischen Bildungswesen. Tausende Schulabweisungen, ca. 50.000 Wiederholungsprüfungen und die starre Verschulung vor allem an den Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) stellen der österreichischen Schulorganisation ein schlechtes Zeugnis aus. "Bildungsministerin Gehrer soll klar auf den Tisch legen, wohin der Zug für das österreichische Schulwesen fahren soll. Wenn Gehrer Elitenbildung und Privatisierung von Bildungsangeboten so ein großes Anliegen sind, dann soll sie den Betroffenen auch die langfristigen Folgen skizzieren", forderte Oliver Prausmüller, Bundesvorsitzender der AKS, von Bildungsministerin Gehrer ein. "Die Vorschläge der Aufgabenreformkommission der Regierung haben ja bereits den staatlichen Rückzug aus der schulischen Finanzierung eingeläutet", kritisierte Prausmüller das "Versteckspiel" der Ministerin. ****

Anfang des Jahres war die AKS ausgehend vom größten Schülervertretungskongress Österreichs mit einem umfassenden Forderungspapier an die Ministerin herangetreten. Bis dato sei es aber trotz wiederholter Aufforderung zu keiner Stellungnahme seitens des Bildungsministeriums gekommen. U.a. wird von den SchülervertreterInnen eine grundlegende Oberstufenreform forciert. Statt der starren Trennung in Schultypen soll es zum Aufbau eines Modulsystems kommen. Gegliedert in verpflichtende Grund- und Vertiefungsmodule mit spezifischen Lernfeldern ist die Einführung eines Kurssystems das Ziel. "Der Vorteil liegt in massiv gesteigerten Entscheidungsmöglichkeiten für den individuellen Bildungsweg im Gegensatz zu den spärlichen Wahlpflichtfächern. Des weiteren kann das negative Absolvieren eines Faches in dem alternativen Modell nicht mehr das Wiederholen eines gesamten Schuljahres in allen anderen Fächern nach sich ziehen. SchülerInnen verlieren durch starre Strukturen nicht willkürlich Vertiefungsmöglichkeiten, nur der negativ absolvierte Kurs ist wieder zu besuchen", umriss Prausmüller den Reformvorschlag.

"Ca. 50.000 SchülerInnen fiebern ihren Wiederholungsprüfungen im Herbst entgegen. Um die 1,6 Milliarden Schilling für private Nachhilfe im Jahr zeigen auch u.a. auf wie ausschlaggebend die Geldtaschen der Eltern sind. Die privaten Vorbereitungskurse sind für viele nicht leistbar, an den Schulen selbst gibt es ein derartiges Angebot nicht. Diese sozial ungerechte und pädagogisch sinnlose Vorgangsweise muss der Vergangenheit angehören", schloss Prausmüller. (Schluss) wf/mp

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