Zugzusammenstoß bei Purkersdorf: Unfallursache geklärt

Fahrtenschreiber wurde ausgewertet: Signal überfahren

(Wien / Purkersdorf - öbb): Ein sechsköpfiges Spezialistenteam der ÖBB hat seit Samstag Abend mit Hochdruck nach der Ursache des Zusammenstoßes zweier Regionalzüge bei Unter Purkersdorf gesucht. Nach Auswertung des Fahrtenschreibers steht die Unfallursache nun fest. ****

Der Richtung Wien fahrende Zug hat ein Halt zeigendes Signal überfahren. Unmittelbar im Anschluss daran wurde die induktive Zugssicherung - eine Sicherungseinrichtung, die den Zug automatisch auf 0 km/h bremst, sofort aktiviert. Zeitgleich hat der Lok-Führer seinen Fehler bemerkt und auch selbst eine Schnellbremsung veranlasst. Durch diese Schnellbremsung des Zuges konnte die Geschwindigkeit des Triebfahrzeuges deutlich auf 40 km/h reduziert werden. Neben der Auswertung der Fahrtenschreiber hat auch die Untersuchung der Sicherungseinrichtungen in den Züge, der Signal- und Gleisanlagen sowie der Weichenstellungen zu diesem Ergebnis geführt.

Bereits kurz nach dem Zusammenstoß wurde - parallel zu den Aufräumungsarbeiten - mit den Erhebungen begonnen. Hinweise auf eine mögliche Unfallursache wurden gesammelt und von den Spezialisten der ÖBB untersucht. Entscheidend für die definitive Ermittlung der Unfallursache war die Auswertung der Fahrtenschreiber, die alle wichtigen Informationen über die Zugsfahrt, Geschwindigkeit des Zuges und das Passieren von Signalen aufzeichnen.

Fest steht, dass alle Signalanlagen voll funktionstüchtig waren und auch die automatische Zugsicherung - wie vorgesehen - aktiviert wurde. Durch die maßgebliche Verringerung der Geschwindigkeit des Zuges auf 40 km/h wurden, so die Experten, die Auswirkungen des Zusammenstoßes maßgeblich reduziert.

Auch der Lok-Führer des entgegenkommenden Zuges leitete manuell eine Schnellbremsung ein. Die Geschwindigkeit des Zuges konnte dadurch auf 20 km/h reduziert werden. Der Zusammenstoß der Züge erfolgte daher mit 40 bzw. 20 km/h.

Bei dem Unfall, der sich am Samstag, 14. Juli 2001 um 19.11 Uhr ereignete, wurden 21 Menschen verletzt. Durch den hochprofessionellen Einsatz der Rettungsorganisationen konnte die Vor-Ort-Versorgung der Verletzten und der Abtransport in die umliegenden Krankenhäuser in kurzer Zeit abgeschlossen werden. In den Nachtstunden wurden die beschädigten Zugsgarnituren von den Gleisen gehoben, die Strecke war ab Sonntag, 6.15 Uhr, wieder befahrbar. Während der Zeit der Sperre wurde der internationale Reiseverkehr über Tulln umgeleitet. Für den regionalen Verkehr wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

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