Im "Ländle" lebt sich's sicherer

In Vorarlberg hat sich in den vergangenen Jahren viel getan in punkto Unfallverhütung: Mit über 1000 Aktivitäten und rund 90.000 Teilnehmern bot die Initiative "Sichere Gemeinden" Information, Aufklärung und Unterstützung im Kampf gegen alltägliche Unfälle

Wien (OTS) Während viele Bundesländer in Sachen Unfallprävention leider noch immer im Dornröschenschlaf liegen, sind die Vorarlberger in diesem Bereich seit einiger Zeit rührig. Im Jahr 1993 wurde nämlich mit "Sichere Gemeinden" eine der erfolgreichsten Initiativen der Gesundheitsförderung in Vorarlberg gegründet. Das ursprünglich für 14 Vorarlberger Gemeinden gestaltete Projekt senkte innerhalb von drei Jahren die Unfälle in allen Altersgruppen und Lebensbereichen um rund 20 Prozent. 1997 wurde es deswegen auf das gesamte Bundesland ausgeweitet und 1998 von der WHO ausgezeichnet. Seither verringern sich im westlichsten Zipfel Österreichs die Spitalstage nach Unfällen schneller als in den restlichen Bundesländern. Mit einem angenehmen Zusatzeffekt: Die dadurch eingesparten Behandlungskosten betragen mittlerweile bereits ca. 50 Millionen Schilling.

Im Westen viel Neues
Die Initiative "Sichere Gemeinden" folgt einem Konzept der gemeindenahen Unfallverhütung ("Safe Communities") der Weltgesundheits-Organisation WHO, das sich international als besonders erfolgreich erwiesen hat. In Vorarlberg war es dabei erstmals möglich, alle Unfallkostenträger (siehe letzter Absatz) für die Finanzierung zu gewinnen.

Entsprechend dem WHO-Konzept werden Eigeninitiativen engagierter Bürger und örtlicher Insitutionen angeregt und organisatorisch und finanziell unterstützt. Während der 7jährigen Projektzeit wurden mehr als 1000 einzelne Sicherheitsaktionen durchgeführt, etwa Schulungen junger Mütter durch die Geburtshilfestationen, Projekttage von Schulen zur Unfallverhütung, Ausstellungen in Betrieben über die Unfallvermeidung in der Freizeit, Verkehrserziehungstage der Polizei in den Kindergärten oder Kurse der Freiwilligen Feuerwehr, die mit der Handhabung von Handfeuerlöschern vertraut machen sollen.

Die Bilanz:
"Neben der Verletzungshäufigkeit und den Spitalstagen nach Unfällen sind im Zeitraum 1993 bis 1999 auch die tödlichen Unfälle zurückgegangen, und zwar um 26 Prozent", freut sich Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben".
Ca. 11.000 Spitalstage konnten "eingespart" werden, was medizinischen Behandlungskosten von ca. 50 Millionen Schilling entspricht.

Mängel beheben, Gutes verbessern
"Die Vorarlberger Initiative ist offensichtlich erfolgreich und könnte ein Modell zur Unfallverhütung für das gesamte Bundesgebiet sein", so Kisser. "Eine bundesweite Senkung der Unfallzahlen wie in Vorarlberg würde große Einsparungen für das Gesundheitswesen bedeuten." Immerhin übertreffen die eingesparten Unfallbehandlungskosten die gesetzten Investitionen bei weitem. Ein derart erfolgreiches Projekt wie die "Sichere Gemeinden" verlangen nach Fortführung und Weiterentwicklung.

"Sozialpartnerschaft neu" für mehr Sicherheit im 3. Jahrtausend Der Fonds "Sichere Gemeinden" vereinigt erstmals in Österreich alle Träger von Unfallkosten, um Unfälle in allen Lebensbereichen in gemeinsamen Aktionen zu verringern. Finanziert wird die Arbeit durch die Gemeinden, die Landesregierung, die Vorarlberger Gebietskrankenkasse, die Sozialversicherungsanstalt der Bauern, die Versicherungsanstalt der Eisenbahner, die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft, die Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten, das Kuratorium für Verkehrssicherheit und das Institut "Sicher Leben".

Zu den Organisationen, die in Zusammenarbeit mit dem Fonds Vorschläge zur Sicherheit einbrachten, zählten etwa Gesundheits- und Sozialdienste, Rettungsorganisationen, Freiwillige Feuerwehren, der Zivilschutzverband, Kindergärten, Krankenhäuser, Hausfrauen- und Seniorenverbände, Sportvereine, Handel, Gewerbebetriebe sowie Lehrer und Ärzte. (Schluss)

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