FORMAT: Demel wird an zwei New Yorker Top-Standorten originalgetreu nachgebaut

Auf Basis einer 500-Seiten-Dokumentation jedes Details der Traditionskonditorei

Wien (OTS) - Die Wiener Traditions-Konditorei Demel wird an zwei Top-Standorten in New York bis ins letzte Detail originalgetreu nachgebaut. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner morgen, Montag, erscheinenden Ausgabe.

Grundlage für die Nachbauten ist laut FORMAT eine 500 Seiten starke Dokumentation, die Demel-Chef Frans-Jan Soede in einjähriger, akribischer Kleinarbeit niederschreiben ließ. Darin ist das gesamte Demel-Interieur vom Kaffeelöffel bis zum Wandluster und vom Zuckerstreuer bis zum Steinkamin aufgelistet. Außerdem sind darin hunderte Original-Demel-Rezepte und sogar genau Verhaltensweisen für die künftigen New Yorker "Demelinerinnen" vermerkt.

Die New Yorker Demel-Konditoreien werden von einem amerikanischen Franchise-Nehmer betrieben, der in die beiden Standorte plus die dazugehörige Produktionsstätte für Mehlspeisen und Bonbons ohne allenfalls nötige Umbauten der Immobilie rund 21 Millionen Schilling investiert. Soede gegenüber FORMAT: "Die Verträge stehen vor dem Abschluß. In den USA gibt es einen Trend zu Produkten mit Mythos. Wir passen perfekt dazu."

Für den Nachbau der Demel-Konditoreien in New York hat Soede laut FORMAT insgesamt sieben Firmen unter Vertrag genommen. Inneneinrichter ist die schweizer Ladenbaufirma Jos de Vries, das Glas kommt aus der heimischen Manufaktur Rathmayer, die Luster vom tschechischen Betrieb Lumen, der Stuck ebenfalls aus Tschechien und die Fliesen werden aus dem Iran eingeflogen.

Soede hofft, daß es mittelfristig sechs bis acht Demel-Imitate in den USA geben wird. Geht das Konzept auf, kann er sich laut FORMAT auch weitere Expansionsschritte vorstellen. Als "naheliegend" bezeichnete Soede gegenüber FORMAT die "süßen Regionen" am Golf und in Südamerika. So gibt es in Santiago de Chile bereits fünf andere florierende österreichische Konditoreien.

Den Umsatz konnte Soede schon zuletzt um 15 Prozent auf 96 Millionen Schilling steigern. Die Konditorei Demel, Eigentum des Raiffeisenkonzernes, schreibt laut dem im FORMAT zitierten Raiffeisen-Beteiligungschef Erwin Hameseder heuer auch erstmals wieder ein operatives Plus, nachdem sich der Verlust in den drei Jahren davor auf rund 67 Millionen Schilling belief.

Erreicht wurde das laut FORMAT durch eine Straffung des Sortiments etwa von sechs auf eine Mandeltorte und von sechzig auf dreißig Bonbon-Sorten. Außerdem sind jetzt die hochqualifizierten Demelinerinnen - sie müssen nach wie vor 300 Produkte samt Inkredienzien im Kopf haben - am Umsatz beteiligt. Die Freude über die schwarzen Zahlen ist allerdings wegen der noch abzuzahlenden Schulden aus dem letzten Umbau getrübt.

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Bernhard Salomon
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