Bio-Landbau muss gentechnikfrei bleiben! - BILD (web)

Wien (OTS)- Der ERNTE-Verband - Österreichs und Europas größter Bio-Verband - fordert die Gentechnikfreiheit von in Österreich in Verkehr gebrachtem Saatgut. Ein neues Saatgutzulassungssystem, das die Festlegung von Richtwerten für gentechnische Verunreinigung regelt, und ein Gentechnikmonitoring sollen die rund 3000 Hektar heimische Bio-Maisflächen vor gentechnischen Verunreinigungen schützen. ****

"Die Ereignisse rund um die Auspflanzung von gentechnisch verunreinigtem Mais haben deutlich gemacht, wie lückenhaft das Netz zur Absicherung der Gentechnikfreiheit in Österreich noch ist. In Kürze werden die Maispflanzen blühen und die Maispollen durch den Wind auch auf Äcker von Bio-Bauern getragen werden. Dann könnte passieren, was in der Bio-Produktion bisher ausgeschlossen war:
Bio-Ware könnte gentechnisch verunreinigt sein", äußert sich besorgt Gabriele Moder, Geschäftsführerin von ERNTE für das Leben -Österreichs und Europas größtem Bio-Verband.

Bio-Bauern fordern rasche Umsetzung der EU-Verordnung 2092/91 über biologischen Landbau

Gemäß EU-Verordnung 2092/91 müssen Bio-Produkte frei von genetisch veränderten Organismen sein. Seit 1999 muss diese EU-Verordnung in österreichisches Recht umgesetzt werden. Die heimischen Bio-Bauern fordern daher, dass die Gentechnikfreiheit von in Österreich in Verkehr gebrachtem Saatgut sichergestellt wird. "In einem eigenen Saatgutzulassungssystem sollen - so wie in der Schweiz auch - alle importierten Saaten geprüft werden. Darüber hinaus sollen Richt- bzw. Grenzwerte für gentechnische Verunreinigungen festgelegt werden", so Moder weiter.

Bio-Mais: starke Auslandsnachfrage wegen Gentechnikfreiheit in Österreich

Rund ein Viertel von den 25.000 Tonnen in Österreich produziertem Bio-Mais geht ins Ausland. Exportiert kann österreichischer Bio-Mais nur werden, wenn seine "Gentechnik-Freiheit" nachgewiesen werden kann. Dies geschieht mittels spezieller Prüfmethoden, so genannte Screenings. "Im Fall von gentechnischen Verunreinigungen muss Bio-Mais konventionell abgesetzt werden, was einen rund 50%igen Preisabschlag bedeutet. Bezogen nur auf die Gesamt-Bio-Speisemais-Ernte 2001 würde das allein einen Schaden für die Bio-Bauern von etwa ATS 15 Millionen bedeuten", erklärt Moder. Für diesen Fall, so Moder weiter, wird der ERNTE-Verband die rechtliche Möglichkeit von Schadenersatzansprüchen prüfen.

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