Leitl: Freiwillige Selbstverpflichtung wird erfolgreich umgesetzt

Brauerei Murau ein gutes Beispiel für Umweltengagement -Mehrweganteil von 96 Prozent ein europäischer Spitzenwert

Murau/Wien (PWK511) - "Wirtschaftliches Denken und Schutz der
Umwelt sind kein Gegensatz, sondern ergänzen einander". Dies zeige die erfolgreiche Umsetzung der Freiwilligen Selbstverpflichtung in der Getränkewirtschaft. Mit dieser Maßnahme hatte sich die Branche im September 2000 dazu verpflichtet, dem Konsumenten die Wahlmöglichkeit zwischen Einweg- und Mehrwegsystemen bei Getränkeverpackungen zu erhalten und trotzdem einen bestimmten Mehrweganteil nicht zu unterschreiten, erklärte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl am Freitag anläßlich eines Betriebsbesuches. Insbesondere bei Bier liege Österreich mit einem Mehrweganteil von 85 Prozent in Europa weit voran.

Die umweltgerechte Verwertung von Getränkeverpackungen ist, neben der Erhaltung der Mehrwegsysteme, ein weiteres Ziel der Freiwilligen Selbstverpflichtung. In Österreich werden heute um 25 Prozent mehr PET-Getränkeverpackungen gesammelt und verwertet, nachdem es bereits im Vorjahr eine Steigerung um zehn Prozent gegeben hatte. Außerdem soll ab Herbst 2001, wie berichtet, ein Pilotversuch mit Rücknahmeautomaten für PET-Getränkeflaschen im Bereich des Handels starten, um die Bereitschaft der Konsumenten zur Akzeptanz neuer Sammelsysteme zu testen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Selbstverpflichtung ist es, wie Leitl ausführte, die Konsumenten besser über Verpackungsfragen zu informieren. Zu diesem Zweck kooperiert die Wirtschaftskammer Österreich mit unabhängigen Abfall- und Umweltberatern. Als Informations- und Kommunikationsdrehscheibe dient dabei die Homepage "mehrweg.at". Im Rahmen dieser Initiative sollen in nächster Zeit zahlreiche Aktionen in Gemeinden und Bundesländern laufen. "Durch die Zusammenarbeit mit Umwelt- und Konsumentenschutzgruppen erwarten wir uns neue Impulse bei der Sympathiewerbung für Mehrwegverpackungen", erklärte Leitl. Bereits 82 österreichische Unternehmen sind der Freiwilligen Selbstverpflichtung beigetreten.

Ein gutes Beispiel für Mehrweg-Engagement ist die Brauerei Murau in der Steiermark mit ihrem hohen Anteil an Mehrweggebinden", führte der Wirtschaftskammer-Präsident anläßlich seines Besuches des Unternehmens aus. Mit einem Mehrweganteil von 96 Prozent habe die steirische Brauerei einen absoluten europäischen Spitzenwert erreicht.

Es sei erfreulich, sagte Leitl, derart ambitionierte mittelständische Unternehmen in Österreich zu haben. Er selbst setze alles daran, den Mittelstand auch politisch zu unterstützen.

Die Brauerei sei auch in anderen Umweltbereichen, wie bei der Vermeidung und Verwertung von Abfällen oder beim Einsatz umweltfreundlicher Rohstoffe, gut unterwegs, ergänzte Geschäftsführer Helmuth Bliem. Dafür sorge ein entsprechend den europäischen Umweltrichtlinien eingerichtetes Umweltmanagement (EMAS-Zertifikat). Die Brauerei habe als erstes österreichisches Unternehmen ein solches Zertifikat erhalten. Durch das Umweltmanagement konnte der Ressourceneinsatz, wie z.B. der Wasserverbrauch, deutlich reduziert werden. Die Rohstoffe selbst (Gerste, Hopfen, etc) werden aus kontrolliertem Landbau bezogen.

Die Brauerei Murau zählt mit einem Ausstoß von 240.000 hl pro Jahr (220.000 hl Bier, 20.000 antialkoholische Getränke) zu den acht größten Brauereien Österreichs. Strategie des Unternehmens sei es, Marktnischen zu besetzen. Die Produkte würden, so Bliem, von der Gastronomie gut angenommen. Das Unternehmen erzielte zuletzt mit 130 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 300 Millionen Schilling. Auch im laufenden Jahr werde, entgegen dem Trend der Branche, mit einem kleinen Umsatzplus gerechnet. (hp)

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