5 Argumente für eine Landwirtschaft OHNE Gentechnik

Wien (OTS) - HORIZONT3000, österreichische Organisation für Entwicklungszusammenarbeit, spricht sich für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik aus.

- Gentechnik gefährdet die wirtschaftliche und kulturelle Eigenständigkeit der Länder des Südens

- Gentechnik kann nicht losgelöst von der derzeit stattfindenden Patentierungsdiskussion im Rahmen der WTO gesehen werden und stellt damit eine neue Form der Ausbeutung sogenannter Entwicklungsländer dar

- Arme kleinbäuerIiche Familien werden sich teures, kloniertes, herbizidresistentes Saatgut nicht traditioneller Nahrungspflanzen für einen monokulturellen Anbau nicht leisten können. Gentechnik wird diese Bauern und Bäuerinnen langfristig durch agro-industrielle Landnutzung verdrängen

- Das Verbot der Saatgutvermehrung verstärkt die bereits bestehende Monopolisierung des Saatgutsektors und stürzt BäuerInnen weltweit in die absolute Abhängigkeit von privaten internationalen Konzernen

- Internationale Studien konnten bisher keine bedeutenden Ertragssteigerungen durch gentechnologisch veränderte Nahrungspflanzen belegen. Immer öfter wird demgegenüber nachgewiesen, dass Nützlinge in der Umgebung gentechnisch veränderter Pflanzen zunehmend verenden. Neben der Biodiversität der Pflanzen ist auch die der Tierwelt mittelfristig bedroht.

Um die Ernährungssituation in den Ländern des Südens zu verbessern, sieht HORIZONT3000 Lösungsansätze in der Förderung von lokalen Züchtungsaktivitäten und alternativen Samenbanken, in der Aus- und Weiterbildung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, in der Förderung des biologischen Landbaus, in der Unterstützung von Frauen als traditionell Verantwortliche für Saatguterhaltung und Ernährung und in der Umsetzung fairer internationaler Handelsbeziehungen.

Gegenwärtig werden weltweit genug Nahrungsmittel produziert, um die derzeitige Weltbevölkerung ausreichend zu ernähren. "Welthunger" ist keine Frage fehlender Nahrungsmittel. Welthunger ist die Folge komplexer weltweiter Zusammenhänge, einer Verteilungsproblematik, eines fehlenden Zugangs vieler armer Menschen zu ausreichender Ernährung, der Ausbeutung von Natur und Mensch, von Armut und Verschuldung, von Kriegen und menschgemachten Katastrophen.

Der technische Ansatz der Gentechnik greift gegen die komplexe politische, sozio-ökomomische und ökologische Problematik schlicht nicht weit genug. Das dürfte auch einigen UNDP-ExpertInnen nicht verborgen geblieben sein, liest sich doch der "Bericht über die menschliche Entwicklung 2001" wie ein Labyrinth, in dem man sich dreht und wendet, und sich für den vermeintlich richtigen Weg doch nicht entscheiden kann.

Die Aussagen von Sakiko Fukuda-Parr, einer Autorin des Berichts, und des UNDP-Koordinators Mark Malloch Brown lassen allerdings nicht viel Interpretationsspielraum zu, wenn sie das "enorme Potential" der Gentechnologie für die Nahrungssicherheit in Afrika, Asien und Lateinamerika in den Vordergrund rücken, die Einwände aus den Industrienationen auf das steigende Allergenrisiko reduzieren und damit die globalisierten Gentechnik-KritikerInnen spalten wollen.

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Mag. Robert Zeiner
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