Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Das Recht des Stärkeren?

Ausgabe vom 12. Juli 2001 Klagenfurt (OTS) - Das Recht des Stärkeren? - Er ist ein kluger Mann. Ein Mann, den wacher Geist auszeichnet. Und Besonnenheit. Vor allem Besonnenheit. Parteipolitisch motiviertes Geschrei ist nicht seine Welt. Ebenso fremd ist ihm populistisches Gehabe. Womit sein Urteil schwer wiegt: Parteifreunde wie Poltigegner möchten sich hüten, die stets in Bedacht gesprochenen Worte eines Heinz Fischer vom Tisch zu wischen. Wenn just gesagter Mann Österreichs Konsensdemokratie durch eine Konfliktdemokratie gefährdet sieht, wenn er von Riesen und Zwergen spricht, mangelnde Dialog-, Verhandlungs- und Kompromissbereitschaft konstatiert und der schwarz-blauen Regierung ein Drüberfahren mehrmals entgegenschleudert, sollten nicht alleine die Angesprochenen (und derart Kritisierten) aufhorchen. Nein - Österreich ist gefordert, über den Warnruf nachzudenken. Denn: Der Weg vom argumenttativen Miteinander zur weghörenden Ignoranz kann mitunter ein verdammt kurzer sein. Konsens und Konflikt trennen keine Welt. Es genügt ein Schritt. Mehrere Schritte werden wohl nötig sein, um die reflexartigen Stakkato-Konter der FPÖ auf ein Niveau zu führen, das der Politik angemessen ist: Wenn FPÖ-Generalin Theresia Zierler Heinz Fischer -kaum, dass dieser ausgeredet hat - "Diffamierung", "Hetze" und "Verunsicherung" entgegenschleudert, ist vieles gesagt. Vor allem aber ist Fischers Gesagtes untermauert: Argumente der 45-Prozent-Minderheit bleiben von der 55-Prozent-Mehrheit ungehört. Das Recht des Stärkeren? Oder das Unrecht, das einer Demokratie nicht würdig ist ...

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